Ein früherer Antrag der Grünen, in Kindergärten das Kreuz nicht mehr verpflichtend anzubringen, wurde letzte Woche über Medien neu diskutiert.
Das Zeichen des Kreuzes mache die Christen auf den Kreuzestod Christi und auf seine Botschaft, für die er den Tod erlitten habe, aufmerksam, erklärte Bischof Aichern dazu. So grenze diese Botschaft die Christen nicht von anderen Menschen ab. Es widerspreche der Botschaft Jesu, wenn andere Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Herkunft ausgegrenzt würden. Wie Christus selbst sollten auch die Christen ihr Leben für andere einsetzen. Wenn unsere Gesetze das Kreuz in Schulen und Kindergärten vorsehen, so wird damit die Verpflichtung der Christen, sich den anderen zuzuwenden, unterstrichen. Menschen anderen Glaubens könnten an diesem Zeichen den Anspruch Christi an die Christen ablesen, einander in der Liebe Jesu zu begegnen.“„Das Kreuz ist so verstanden kein Machtsymbol, sondern ein Einheit schaffendes Symbol, oft auch ein Ohnmachtszeichen angesichts der vielen Gewalt in unserer Welt“, betonte Aichern. Mit dem Kreuz als Zeichen werde man ein besseres Miteinander eher erreichen als mit einer Abwertung des Kreuzes.
Vergebungsbitte
Bei der Ölweihemesse am Mittwoch der Karwoche im Linzer Dom sprach – wie der Papst für die Weltkirche – Bischof Aichern eine Vergebungsbitte für die Schuld der Kirche in Oberösterreich: „Ohne uns zu Richtern früherer Zeiten machen zu wollen, bitten wir um Vergebung für alles, was in unserem Land Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Einstellung angetan wurde.“ Vor allem bedauere die katholische Kirche alle Verfolgungen und Diskriminierungen der jüdischen Brüder und Schwestern und bitte Gott und die Betroffenen um Vergebung. Die katholische Kirche beklage heute auch, dass damalige Verantwortliche angesichts der Untaten des nationalsozialistischen Gewaltregimes nicht mutiger gewesen seien. Das Bekenntnis des Versagens verband der Bischof mit dem Vorsatz der Kirche, „noch mehr als bisher die Botschaft des Evangeliums, aber auch unsere Mitmenschen, ihre Würde und ihre Fragen ernst zu nehmen“. Die oft allzu menschliche Seite der Kirche hindere Gott nicht daran, sie als Werkzeug seines Wirkens in der Welt zu verwenden. ndl/kiz