Barbara-Statue und Kirche für das Soldaten-Camp Suva Reka im Kosovo
Ausgabe: 2000/26, Pfingstfest, Kosovo,
27.06.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Für die österreichischen KFOR-Friedenssoldaten sowie für die Kameraden der Nachbarverbände gab es zum Pfingstfest eine Überraschung.
Der Schweizer Sprengmeister Major Tischhauser hatte um Segnung und Aufstellung einer hl. Barbara gebeten. Der oö Priester Willi Kern, der derzeit als Militärgeistlicher im Kosovo tätig ist, freute sich nicht nur über die Anregung zum Bau einer Barbaragedenkstätte beim Munitionslager. Er konnte den Schweizer Offizier auch zum Bau einer Friedenskirche im Camp „Casablanca“ gewinnen. Österreicher errichteten das Fundament und gestalteten den Kirchenvorplatz, innerhalb einer Woche errichteten Schweizer Soldaten die Kirche und deutsche Pioniere übernahmen den Turmbau. Rechtzeitig traf die hl. Barbara, ein Geschenk des Bundes österreichischer Gießereimeister, im Camp ein. So konnte am Pfingstsonntag die Barbaraweihe im Rahmen des ersten Gottesdienstes in der neuen Friedenskirche abgehalten werden. Im Einsatzgebiet stehen Waffen- und Minenfunde auf der Tagesordnung, unsere Soldaten werden täglich zur Entfernung oder Sprengung von Blindgängern gerufen. So ist die Schutzheilige sehr willkommen.Die musikalische Umrahmung der Feier übernahm der „Suva Reka Gospel Chor“. Dieser wird von Kameraden und Kameradinnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gebildet.
Bevölkerung war eingeladen
Viele Menschen in Suva Reka verstehen die Friedensbotschaft. Am Pfingstmontag überbrachten friedliche Demonstranten den KFOR-Soldaten Blumen. Der christliche Feiertag fiel für die muslimische Bevölkerung mit dem Jahrestag der Befreiung zusammen. Eine Abordnung der Bevölkerung wurde zum Imbiss ins Camp eingeladen. Auf diese Weise erfüllten die KFOR-Soldaten einmal mehr ihren Friedensauftrag.Am 16. Juli findet die offizielle Kirchweihe sowie eine Soldatenfirmung durch Österreichs Militärbischof Christian Werner statt.
Soldatenfirmung auch in Hörsching
In der Michaelskapelle der Kaserne Hörsching spendete Militärbischof Christian Werner am 16. Juni 2000 das Sakrament der Firmung an 20 Rekruten, die sich zuvor zwei Tage lang mit Pastoralassistent Franz Landerl auf die Feier vorbereitet hatten.