Diözesan-Jugendseelsorger Mag. Rupert Granegger nimmt zu den Motiven der Jugend-Reform Stellung.
Warum löst die Katholische Jugend die bisherigen Gliederungen auf? Rupert Granegger: Die Situation der Jugendlichen stimmt nicht mehr mit unserer alten Rahmenordnung überein. Als Jugendanbieter stehen wir in einer ganz anderen Konkurrenzsituation wie vor zehn Jahren. Mit „KAJ“, „KSJ“ und KJL“ können heute viele nichts mehr verbinden – und Jugendliche erst recht nicht. Wir können es uns nicht mehr leisten, nebeneinander oder sogar gegeneinander anzubieten. Wir müssen miteinander auftreten.
Was sind die Kernpunkte der Reform? Granegger: Es braucht eine starke Regionalisierung. Jugendarbeit im Mühlviertel muss anders aussehen als in Linz. Deshalb haben wir für die Regionen Ansprechpartner vorgesehen. Wir brauchen ein gemeinsames Auftreten nach außen. Unter dem Namen „Katholische Jugend Oberösterreich“ (KJ-OÖ.) werden wir besser erkennbar sein. Für die inhaltliche Arbeit wird es „Foren“ geben, die den bisherigen selbstständigen Gliederungen entsprechen. Statt der bisherigen Publikationen wird es einen gemeinsamen „Werkbrief“ geben, Veranstaltungen werden gemeinsam koordiniert und geplant. Die Öffentlichkeitsarbeit wird gemeinsam betrieben, die Administration vereinfacht.
Was wird sich für die Jugendlichen in den Pfarren verändern? Granegger: Es wird für alles eine einzige Ansprechstelle geben. Alle Behelfe werden von einer Stelle kommen. Gruppen werden selbstverständlich nicht aufgelöst, sie werden unter dem neuen Namen weiter bestehen. Das Konzept will die Basis beleben. Wir wollen den Stellenwert Ehrenamtlicher erhöhen. Ehrenamtliche werden aber nicht mehr im Sinn von Vorsitzenden tätig sein – das überfordert die Leute zu sehr. Wir laden sie ein, in einem verkraftbaren Ausmaß mitzuarbeiten.