Der Wirtschaftsrat der Diözese Linz hat letzten Freitag den vorgelegten Rechnungsabschluss der Diözesanfinanzkammer für das Jahr 1999 gutgeheißen. Die angestrebten Ziele wurden erreicht.
„Ich kann“, sagt Diözesan-Ökonom Dr. Josef Wöckinger, „allen nur ein gutes Zeugnis ausstellen. Die Einsparungsziele wurden überall erreicht.“ Die Diözese Linz versucht ihre Ausgabenstruktur an die zu erwartenden Einnahmen anzugleichen. Deshalb wurde 1997 ein Sparprogramm begonnen. Die damals beschlossenen Ziele mit deutlichen Einsparungen vor allem in den zentralen Ämtern und gesamtdiözesanen Einrichtungen sind auch 1999 erreicht worden. So konnte ausgeglichen bilanziert werden. Insgesamt 962 Millionen Schilling hat die Diözese im letzten Jahr eingenommen, davon 813 Millionen aus den Kirchenbeiträgen der Katholiken. Eben so viel wurde ausgegeben. Die Zahlungsbereitschaft der Katholiken und Katholikinnen für die Kirche hat sich zuletzt deutlich verbessert. Wegen der Kirchenturbulenzen zu Beginn des Jahres 1999 – etwa die Ablöse von Helmut Schüller in Wien – hatte es nicht nur viele Austritte gegeben. Viele haben auch ihren Kirchenbeitrag zurückbehalten – und später bezahlt, erklärt Wöckinger. Bis Ende Mai hat es in Oberösterreich um 40 Prozent weniger Kirchenaustritte gegeben als im Jahr davor.Um Leuten, die mit dem Kirchenbeitrag Probleme haben, entgegenzukommen, wird einiges getan. „Kommen Sie zu Ihrer Beitragsstelle“ rät Dr. Wöckinger. Weil die Kirche auf Schätzungen angewiesen ist, kann es auch zu Überschätzungen der Einkommensverhältnisse kommen. Tatsächlich würden manche zu viel zahlen. Wenn sie nicht von sich aus die wirklichen Verhältnisse offenlegen, kann das nicht korrigiert werden.
„Niemand, der nicht zahlen kann, muss deswegen aus der Kirche austreten“, weist der Diözesanökonom auf die „Gesprächsbereitschaft“ der Kirche hin. Soziale Notstände würden berücksichtigt. Gerechtigkeit müsste es andererseits geben, eine bloße „Selbsteinstufung“ könne es nicht geben. In schwierigen Situationen bietet die Kirche eine auf drei Jahre geltende Vereinbarung mit Beitragspflichtigen an.Im Übrigen wird im Jahr 2001 der Kirchenbeitrag von derzeit 1,15 Prozent auf 1,1 Prozent des Bruttoverdienstes gesenkt.
Einheitlicher Kollektivvertrag kommt
Schwierige Umstrukturierungen stehen an. So laufen die Vorbereitungen auf einen möglichst einheitlichen Kollektivvertrag für alle Diözesanangestellten. Dabei wird ein höheres Einstiegsgehalt, dafür niedrigere Gehälter für ältere Mitarbeiter/innen angestrebt. Die Verhandlungen dafür sind in der Endphase. In den ersten Jahren wird das der Diözese teurer kommen, später wird es eine deutliche Einsparung geben. Die Haupteinsparungen hat es beim Bauaufwand (19 Millionen weniger als 1998) und bei der Laienbesoldung gegeben (7 Millionen weniger). Die Pfarren haben rund 20 Millionen mehr bekommen, müssen dafür aber auch mehr aus dem eigenen Budget bezahlen, wie etwa die Sekretariatskosten. Das Kirchenbeitragsaufkommen ist 1999 gegenüber dem Vorjahr um 0,65 Prozent zurückgegangen. Im Schnitt der letzten fünf Jahre sind die Einnahmen der Diözese jedoch stabil.Rechnet man die Zuwendungen der öffentlichen Hand, vor allem für die Aufgaben der Caritas hinzu, so hat die Kirche in Oberösterreich insgesamt ein Budget von 1,82 Mrd. Schilling zu verwalten.