Eigentlich halte ich nichts von Fastenaktionen. Das Fasten wird heute oft schon richtig- gehend vermarktet. Aber ich fände es gut, auch einmal unter dem Jahr auf etwas zu verzichten und nicht nur dem kollektiven Verzicht zu frönen. Fasten heißt für mich, dass wir uns bewusst machen, wie gut es uns geht.
Es darf uns ja gut gehen, aber wir sollten es nicht als selbstverständlich nehmen. Toll finde ich, dass es bei uns in Vorarlberg z. B. die Aktion Trocken der Katholischen Jugend gibt. Sie lädt heuer zum freiwilligen Verzicht auf eine Konsumgewohnheit ein, z. B. Zigaretten, Alkohol, Fernsehen, Süßigkeiten, Computer spielen ... und dabei neue Erfahrungen zu machen. Alkohol ist ja die gesellschaftliche Droge Nummer 1: Solange man nichts trinkt, gilt man als schwach, und wenn man trinkt, dann ist man erst recht schwach. Ich erlebe es immer wieder: Mit dem Alkoholpegel sinkt das Gesprächsni-veau immer tiefer. Darum ist es gut, mehr auf sich selber zu hören und auch sonst während des Jahres auf Alkohol zu verzichten.
George Nußbaumer, blinder Soul-Sänger und Musiker aus Alberschwende/Vlbg.