Rom/Paris. Die Päpstliche Kommission für traditionalistische Strömungen hat Gespräche mit den Anhängern von Erzbischof Lefebvre aufgenommen. Es geht dabei darum, ob die Abspaltung der Traditionalisten, die 1988 durch verbotene Bischofsweihen vollzogen wurde, aufgehoben werden könnte. Der französische Kardinal Louis-Marie Bille meinte dazu, dass die Lefebvristen das Zweite Vatikanum anerkennen müssten, bevor ein Dialog über alle anderen Fragen geführt werden könne. Die Anhänger Lefebvres lehnen die konziliare Liturgiereform ebenso ab wie zentrale Aussagen zur Ökumene und zur Religionsfreiheit.
Familie: Träger der Seelsorge
Sonntagberg. Die dauerhafte Liebe zwischen Eheleuten ist – bei allen persönlichen Grenzen – kein unerreichbares Ideal. Das betonte „Familien-Bischof“ Klaus Küng bei einer Tagung der „Bewegung Hauskirche“ auf dem Sonntagberg. Wie Küng sagte, müssten die Familien mehr denn je ein Ansatzpunkt der Pastoral sein, zumal heute traditionelle seelsorgliche Einrichtungen nicht mehr greifen. Die Familien sollten dabei nicht „Objekt der Pastoral“ sein, sondern als selbstverantwortliche Träger der Seelsorge unterstützt werden.
Nationale Kirchenpolitik
Moskau. Auf Antrag des nationalistischen Abgeordneten Schirinowskij beschloss das russische Parlament (Duma) eine höchst ungewöhnliche Resolution. Darin wird das Außenministerium aufgefordert, Maßnahmen gegen die „unduldbare katholische Expansion“ in Russland und in anderen orthodoxen Ländern zu ergreifen. Die katholischen Bischöfe zeigten sich besorgt über die Unterstützung der Duma für den nationalistischen Flügel der russischen Orthodoxie.