Der Dachverband der regierungsunabhängigen Organisationen für Entwicklungspolitik (AGEZ), hat die Haltung des Bildungssprechers der FPÖ, Martin Graf, scharf kritisiert. Graf sträubt sich gegen die Befreiung von der Studiengebühren über 10.000 Schilling pro Semester für Studenten aus Entwicklungsländern. Nach massiver Kritik über diese Einführung reagierte zwar das Bildungsministerium mit der Ankündigung einer Verordnung. Danach sollen die rund 8000 Studierenden aus Entwicklungsländern sowie aus Süd- und Osteuropa zunächst die Studiengebühr bezahlen müssen. Sie sollten jedoch einen Antrag auf Rückerstattung stellen können. Doch die bereits für Jänner in Aussicht gestellte Verordnung wurde bisher nicht erlassen. Als Ursache dafür gilt vor allem der anhaltende FP-Widerstand gegen eine Befreiung für Studierende aus Entwicklungsländern.
Keine Ausrede für 2003
Die Studiengebühr gilt als „katastrophales Signal“ Österreichs, das in der Bereitstellung entwicklungspolitischer Mittel im internationalen Vergleich ohnehin eine beschämende Rolle spielt. Zu den staatlichen Entwicklungshilfe-Budgetmitteln, die 2002 drastisch gekürzt werden sollen, sagte AGEZ-Vorsitzender Steinbauer, „zumindest im Budget 2003“ werde es „keine Ausreden mehr“ geben dürfen.