Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach
Allergien, II
Die Diagnose reiner Pollenallergien ist relativ einfach. Schwierig sind sogenannte Kreuzallergien, allergische Reaktionen auf bestimmte Allergengruppen und ähnliche Allergene in Nahrungsmitteln (z. B. Birke, Erle, Hasel, ähnlich zu Nuß, Apfel, Birne, Pfirsich, Sellerie, Kiwi). Das Vermeiden der Auslöser ist die wichtigste und wirksamste Therapie: Bei Hausstaubmilbe Teppichböden entfernen, spezielle Bettwäsche verwenden, milbentötende Waschlaugen (über 60 Grad), niedere Raumtemperatur. Häufiges Lüften, trockenes Raumklima, keine Topfpflanzen – dies alles hilft gegen Pilzsporen. Tierhaarallergie erfordert eine Verbannung der Haustiere aus dem Schlafzimmer sowie deren wöchentliches gründliches Waschen. Saisonale Pollenbelastung kann man überstehen oder durch Urlaubsplanungen in allergenarme Gegenden (Küstenregionen oder Hochgebirge) umgehen. Bei Pollenflugwetter Fenster tagsüber geschlossen halten, Wäsche nicht im Freien trocknen. Die medikamentöse Therapie mit abschwellenden, entzün-dungshemmenden Mitteln ist sehr erleichternd, aber nur gegen die Symptome, nicht gegen die Ursache. Dagegen hilft in vielen Fällen eine Hyposensibilisierung, also eine quasi Gewöhnung an die Auslöser durch gezielte Belastung durch geringe Mengen dieser Auslöser. Die Infekti-onsbehandlung (Impfung) dauert allerdings mindestens drei Jahre. In letzter Zeit wird auch eine orale Impfung (SLIT) angeboten, die der Patient durchführen kann. Ich habe mit einer Eigenblutbehandlung gute Erfahrung gemacht. Sie ist einfach durchführbar.