Waren Sie schon einmal längere Zeit krank? Und in dieser Zeit – waren Sie da an ein (Spitals-)Bett gefesselt? Oder leiden Sie möglicherweise an einer chronischen Erkrankung, auf die Sie sich im Laufe der Zeit eingestellt und mit der Sie leben gelernt haben? Vielleicht kennen Sie es oder Sie erinnern sich daran, wie viele Gedanken und Gefühle einen Menschen während der Krankheit bewegen können:Gedanken an die Familie, die Arbeit, an die (veränderte) Zukunft, Gedanken an den Tod, an die Vergangenheit, an Gott beginnen zu kreisen. Verschiedene Gefühle wie Unsicherheit, Resignation, Zorn und Trauer, Ungeduld und Angst, dann wieder Zuversicht, Hoffnung und Freude, ein wahres Chaos an Gefühlszuständen kann uns ergreifen. Wie wir eine Krisenphase durchleben, hängt sehr von unserem Selbstverständnis, der eigenen Persönlichkeit ab und davon, welche Möglichkeiten in unserem Leben wir schon kennen, mit Krisen umzugehen. Kranksein nun bedeutet das Erleben einer krisenhaften Phase, die herausfordert und manchmal sehr intensiv erlebt wird, ja, die uns zuzeiten an die Grenzen unseres Fassungsvermögens bringt. Das Erleiden und Durchstehen von Krisen gehört zu unserem Leben; die Auseinandersetzung mit der Krankheit ist immer auch Auseinandersetzung mit sich selbst, mit den eigenen Lebensentwürfen und -perspektiven. Wir können scheitern in der Auseinandersetzung, wenn sie uns einfach zu viel abverlangt; andererseits kann eine bewältigte Krise, eine geheilte oder akzeptierte Krankheit zu einer neuen Lebensorientierung und neuen Wertigkeiten führen und zur Auferstehungserfahrung werden. Wir in der Krankenhausseelsorge Tätigen sehen uns als GesprächspartnerInnen für Menschen in dieser Krise Krankheit. Wir sind da, mit den Kranken deren schwierige Lebenssituation auszuhalten, sie nach Wunsch auf ihrem Weg durch die Krise zu begleiten. Über unsere Eindrücke und Erlebnisse im Krankenhaus und unsere verschiedenen Aufgabenfelder werden wir Ihnen hier in den kommenden Wochen erzählen.