„Kremser Schmidt“ Sonderausstellung im Stift Seitenstetten
Ausgabe: 2001/19, Ausstellung, Kremser Schmidt, Seitenstetten, Stift, Barockmaler, Sonderausstellung, P. Martin Mayrhofer,
08.05.2001
- Josef Wallner
Das Stift Seitenstetten war der größte Auftraggeber des „Kremser Schmidts“. Eine Sonderausstellung zum 200. Todestag gibt Einblick in das Schaffen des Barockmalers.
Nicht nur wegen der großen Anzahl seiner Werke – 1.500 werden ihm zugeschrieben – ist Johann Martin Schmidt (1718 bis 1801) der populärste Maler des Spätbarock. Der Kunsthistoriker Rupert Feuchtmüller bringt die Faszination des Künstlers aus Krems auf den Punkt: „Schmidt spricht die schlichte und zutiefst humane Sprache der Zeit, die sich von hohen Allegorien und Illusionen ab- und dem Menschen zuwendet.“
Herzstück der Ausstellung im Stift Seitenstetten ist das Sommerrefektorium. Der Speisesaal ist das bedeutendste Kunst-ensemble des Kremser Schmidts, das sich noch an Ort und Stelle befindet. Der Bilderzyklus umfasst 19 Gemälde, die „Speiseszenen“ aus dem Alten und Testament und wichtige Persönlichkeiten der Klostergeschichte zeigen. Diese Arbeiten stellten einen ersten Höhepunkt seines Schaffens dar und eröffneten ihm Aufträge in weiteren Klöstern und Pfarren. Zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen ist eine Serie von kleinformatigen Bildern aus dem Neuen Testament (im Besitz des Stiftes Kremsmünster). Von den Werken Kremser Schmidts im Maturasaal und der Stiftsgalerie führt die Ausstellung zu den Andachtsbildern und zum druckgrafischen Werk des Künstlers. Damit der Besucher nicht von der Fülle der Bilder erdrückt wird, helfen knappe Erläuterungen, die Symbolsprache des Kremser Schmidts zu entschlüssen. So wird auf die faszinierende Lichtführung des Künstlers, die der Ausstellung den Titel gab, ebenso verwiesen wie auf die symbolische Bedeutung von Farben und Gegenständen.
Die Ausstellung „Kremser Schmidt. Meister des Hell und Dunkel“ ist bis 31. Oktober 2001 täglich im Rahmen von Führungen um 11 und um 14 Uhr zu besichtigen (Gruppen jederzeit gegen Voranmeldung). Information: Tel. 07477/423 00-0, E-Mail: ausstellung@stift-seitenstetten.at