Viele Menschen haben den ersten Sonnenbrand gerade hinter sich. Kurzzeitige intensive oder häufige intensive Sonnenbestrahlung, vor allem häufige Sonnenbrände sind Risikofaktoren für die Entstehung einer der schlimmsten Krebsarten, dem Melanom. Ca. zwölf Personen pro 100.000 Einwohner bekommen ein Melanom, diese Zahl ist im Steigen, wegen Ozonloch und undiszipliniertem Sonnenbaden. Gefährdet sind besonders Leute mit heller Haut, Sommersprossen und hellem Haar (Hauttyp 1 und 2). Wer zahlreiche Pigmentflecken (Nävi) an seinem Körper hat oder nahe Verwandte mit Melanomdiagnose, sollte sich unbedingt vom Hautfacharzt genauer kontrollieren lassen. Es gibt Warnzeichen, die an ein Melanom denken lassen: Nävi, die asymmetrisch (A), unregelmäßig, unscharf begrenzt (B) sind, verschiedene braune, schwarze, rötliche und graue Farbtöne (Colorit C) haben und die im Durchmesser (D) zunehmen (AB CD-Regel). Die Therapie des Melanoms besteht in der chirurgischen Entfernung, wobei großzügig vorgegangen wird und benachbarte Lymphknoten eventuell ebenfalls entfernt werden. Zusätzlich können Strahlentherapie, Chemotherapie oder Immuntherapie notwendig sein. Wichtigste Maßnahme ist die Früherkennung. Deshalb nach der ABCD-Regel seine Hautflecken anschauen oder anschauen lassen! Kinder und Jugendliche sollen mit Sonnenschutz umgehen lernen. Solarien sind nach heutigem Wissensstand bei sehr sorgfältigem Einsatz ungefährlich.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach