Salesianer tragen bei zur Gewaltfreiheit für die Kinder dieser Welt
Ausgabe: 2001/20, Waffen, Salesianer, Gewaltfreiheit, Kinder, Pater Thompson, Don Bosco Home, fair2you, Verkehrsschilder, Frieden, Kindersoldaten, Kinderschutz,
15.05.2001
- Walter Achleitner
Kaum in einem Krieg waren so viele Kinder mit einer Waffe im Einsatz wie in Sierra Leone. Ehemaligen Kindersoldaten hilft nun Pater Thompson beim Start in ein neues Leben.
Es war eine aufgeheizte Stimmung im Nationalstadion von Freetown. Tausende waren in die Sportarena der Hauptstadt Sierra Leones gekommen und fieberten dem Ausgang des Aufsehen erregenden Spieles entgegen: auf dem Platz kämpften ehemalige Kindersoldaten um den hoch dotierten Pokal. Als würden sie das Privileg voll auskosten wollen, von einer riesiegen Menge angefeuert auf diesem Rasen spielen zu dürfen, kam es erst beim Elfmeterschießen zur Entscheidung: Die Bosco-Boys gewannen. „Es war ein großer Erfolg für unsere Kinder. Und es war eine Freude, so viele Menschen zu hören, wie sie Don Bosco dankten für die großartige Unterstützung seines Teams“, erzählt P. Thompson begeistert.
Herzzerreißend
Seit drei Jahren arbeitet der Salesianer John Thompson in Freetown. Ehemaligen Kindersoldaten bietet er hier ein Zuhause, das „Don Bosco Home“. Ziel der Arbeit ist es, den acht- bis 17-jährigen Kämpfern zu zeigen, „dass ihre Hände auch etwas Gutes schaffen können“, meint Thompson. Doch zur so genannten Wiedereingliederung gehört mehr als nur schreiben und lesen zu lernen. Um sich von ihrer Vergangenheit lösen zu können, müssen die Kinder – Buben wie Mädchen – erst ihre traumatischen Kriegserlebnisse verarbeiten.
Ein Jahr dauert das intensive Programm im Don Bosco Home, rund 70 Ex-Kombatanten starten jeden September. Danach kommen die Kinder zurück in ihre Familien. P. John: „Nur für die Hälfte der Kinder lassen sich noch irgendwelche Verwandten ausfindig machen. Für alle anderen müssen wir geeignete Pflegeeltern finden.“Einer von ihnen ist Olangba, was eigentlich „starker Mann“ heißt. Doch der Zehnjährige kann seinen rechten Arm nicht bewegen. Dachte der Ordensmann zunächst an die Folge von Kinderlähmung, so ergibt sich mittlerweile für ihn ein ganz anderes Bild: „Ich führe es auf einen Schock zurück. Denn er musste mit ansehen, wie Mutter und Vater ermordet wurden“, fasst Thompson die Gespräche zusammen, die er in den vergangenen Monaten mit Olangba führte.
Über seine Arbeit meintP. John, ein gebürtiger US-Amerikaner: „Olangbo ist nur einer von vielen. Hier weiß beinahe jeder eine herzzerreißende Lebensgeschichte zu erzählen. Ich frage mich, warum so junge Kinder derart schreckliche Plagen durchleben müssen. Dann denke ich an meine eigene Kindheit zurück und merke, wie glücklich ich war.“
Aktion:
fair2you:Frieden stiften
Zu einer Aktion gelebter Friedensförderung laden die Salesianer Don Boscos in Österreich ein. fair2you nennt sich die Aktion, bei der Kinder und Jugendliche (bis zwölf Jahre) aus Gruppen (MinistrantInnen, Jungschar, . . .) ihre persönlichen und fairen „Verkehrszeichen“ gestalten. 30 mal 30 cm große Papier- oder Kartonscheiben können dabei mit Frieden stiftenden oder Gewalt verhindernden Symbolen bemalt, beschriftet oder beklebt werden. Mit fair2you wollen die Salesianer Don Boscos auch einen Beitrag leisten zur „Internationalen Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder dieser Welt“ (2001 bis 2010). Einsendeschluss ist der 8. Juni 2001. Ein buntes (Friedens-) Wochenende für die ganze Gruppe in Wien gibt es zu gewinnen.
Infos unter: www.fair2you.atVerkehrsschilder senden an: Don Bosco – fair2you, St.-Veit-Gasse 25, 1130 Wien