„Bei jedem Embryo ist davon auszugehen, dass es sich potenziell um eine menschliche Person mit dem Charakter der Einmaligkeit und Unaustauschbarkeit handelt. Darum steht für die Kirche fest: Embryonen dürfen in keiner Weise ,verwendet‘ werden.“ Mit diesen Worten reagierte „Familienbischof“ Klaus Küng auf den Vorstoß des Wiener Gynäkologen und In-vitro-Spezialisten Johannes Huber. Er hatte gemeint, es wäre unethisch, überzählige Embryonen, die bei der künstlichen Befruchtung entstehen, wegzuwerfen anstatt sie der medizinischen Forschung zuzuführen. Küng hingegen betont, dass noch so „hohe Ziele“ ein solches Vorgehen nicht rechtfertigen. Der Vorschlag Hubers hatte bei den Gesundheitssprechern aller vier Parlamentsparteien ein positives Echo ausgelöst.
Als die Gesetzesvorlagen im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung (IVF) diskutiert und zur Begutachtung vorgelegt wurden, so Küng, habe die Kirche wiederholt darauf hingewiesen, dass die vom Gesetz angeordnete „Vernichtung überschüssiger Embryonen innerhalb einer Frist von zwei Jahren“ ein schwer wiegender Verstoß gegen die Unantastbarkeit menschlichen Lebens darstellt. Daraufhin hätten die „Reproduktionsmediziner“ erklärt, ihnen sei der Lebensschutz sehr wichtig und sie würden alle Embryonen einpflanzen, erinnert Bischof Küng.