Die 3. UN-Konferenz für die 49 ärmsten Länder (LDC) der Welt ist am Sonntag in Brüssel mit Absichtserklärungen über Entwicklungshilfe zu Ende gegangen. Ein entsprechendes Aktionsprogramm wurde von den rund 120 Teilnehmerstaaten verabschiedet. Der umfassende Schuldenerlass, wie ihn Vertreter von rund 600 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gefordert hatten, kam erwartungsgemäß nicht zu Stande. Bereits beschlossene Schuldenstreichungen sollten jedoch rasch durchgeführt werden. NGO-Vertreter kritisierten den UN-Armutsgipfels als unzureichend. Ein umfassender Schuldenerlass wäre technisch möglich und unbedingt erforderlich. Der Aktionsplan enthält die Selbstverpflichtung der Industrienationen, den Entwicklungshilfeanteil an ihrem Bruttoinlandsprodukt auf 0,15 Prozent anzuheben. Diese Absicht war bereits bei den Pariser LDC-Vorgängerkonferenzen von 1981 und 1990 bekundet worden; die Quote erreichen bislang jedoch nur die wenigsten Länder.