Von Montag Mittag bis voraussichtlich Dienstag Mittag (21./22. Mai) errichteten Anti-AKW-Aktivisten ein „24-Stunden-Widerstands-Camp“ vor dem Bundeskanzleramt auf dem Wiener Ballhausplatz. (Die Aktion fand nach Redaktionsschluss statt.) Anlass für den Protest der Temelin-Gegner sind die nach wie vor unzufriedenstellenden Unterlagen, die Tschechien zur UVP (Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung) Temelins vorlegt. Die Demonstranten appellieren an die österreichische Bundesregierung, endlich glaubhafte Maßnahmen gegen Temelin zu setzen.
Die Aktion wird von der oö. Plattform gegen Atomgefahr, von Stopp-Temelin-Freistadt, Global 2000 und anderen Organisationen getragen. Busse aus Freistadt und Linz fuhren am Montag nach Wien, um die Demonstranten zu unterstützen.
Gute Nachbarschaft
„Nur das umstrittene Hochrisiko-AKW Temelin kann möglicher Weise Probleme für die Zukunft der gutnachbarschaftlichen und internationalen Beziehungen Tschechiens bringen, wenn Teile der tschechischen Regierung weiterhin an einer Inbetriebnahme ohne Rücksicht auf die Bedenken und Einwände der Nachbarstaaten festhalten.“ Dies erklärte Josef Pühringer von der oö. Plattform gegen Atomgefahr vor dem Hintergrund der von den Temelinbetreibern kolportierten „zunehmenden Beziehungsverschlechterungen beider Völker“.