Die Schriftstellerin Gertrud Fussenegger feiert im Mai ihren 90. Geburtstag. 17 Auszeichnungen hat sie im Laufe ihres Lebens bereits erhalten. Ein „goldenes Buch“ kommt jetzt dazu.
In Anlehnung an die „goldene Schallplatte“ hat der Hauptverband des österr. Buchhandels das „goldene Buch“ ins Leben gerufen. Voraussetzung für die Vergabe ist der ökonomische Erfolg eines Buches. Gertrud Fussenegger, als „Grande Dame der österreichischen Literatur“ bezeichnet, hat mit ihrem Kinderbuch „Arche Noah“ einen Verkaufsschlager produziert. 100.000 Exemplare sind bereits über die Ladentische gewandert, eine Neuauflage ist geplant. Die biblische Geschichte rund um die Arche Noah hat sich auch einen Platz auf der Ehrenliste des Katholischen Kinderbuchpreises gesichert.
Zur Person: Fussenegger ist 1912 in Pilsen, im heutigen Tschechien, geboren. Ihre Eckpfeiler im Leben sind: das Schreiben und ihre Familie. „Ich persönlich hätte mein Leben ohne zu schreiben nicht bewältigen können. Und ich hätte auch nie auf Familie verzichten können“, erklärt Fussenegger in einem Interview. 1934 schloss sie ihr Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie mit dem „Doktor phil.“ ab, 1936/37 erschienen ihre ersten Bücher.
Dokumentiert ist ihre damalige Nähe zur NS-Ideologie: 1938 begrüßte die junge Schriftstellerin den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich. Fussenegger entwickelte sich nach dieser Verstrickung in die NS-Ideologie zu einer an kulturhistorischen Themen interessierten, christlichen Literatin. Seit 1961 lebt die Schriftstellerin und fünffache Mutter in Leonding bei Linz. 1999 wurde sie vom Land OÖ mit der Kulturmedaille ausgezeichnet, in Wien erhält sie nun das „goldene Buch“ für ihr Kinderbuch „Arche Noah“.
Erst kürzlich „ausgezeichnete“ Frauen sind auch: Christiane Hörbiger und Marlene Streeruwitz. Die österreichische Schriftstellerin Streeruwitz (51) wird mit dem „Walter-Hasenclever-Literaturpreis“ der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die Jury zeigte sich beeindruckt von ihrer poetischen und präzisen Sprache und ihrem eigenständigen literarischen Werk abseits literarischer Modetrends.
Der Ernst-Lubitsch-Preis des Clubs der Filmjournalisten Berlin wird an Christiane Hörbiger (63) verliehen. „Die“ Hörbiger wird vor allem für ihre ihre Titelrolle in der schwarzen Kömodie „Die Gottesanbeterin“ gewürdigt.