Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Die Allianz setzt sich für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags und den Erhalt gemeinsamer freier Zeit als unverzichtbaren Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts ein. Ihr gehören mehr als 50 Organisationen aus Kirchen, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft an.
Der freie Sonntag erinnere daran, dass der „Wert“ des Menschen nicht von seiner Produktivität abhänge, betonte Bischof Wilhelm Krautwaschl, kirchlicher Sprecher der Allianz: „An diesem Tag dürfen wir innehalten und uns bewusst machen: Wir sind mehr als Arbeitnehmer:innen, mehr als Konsumenten, mehr als Menschen mit endlosen Aufgabenlisten. Wir alle sind Menschen mit einer Würde, die über jede Leistung hinausgeht.“ Eine Gesellschaft, die keine gemeinsamen Ruhezeiten mehr kennt, verliere zudem leicht den Raum für echte Gemeinschaft „und driftet ab in die Einsamkeit“, warnte der Bischof.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig würdigte das Engagement des Bündnisses. Zugleich verwies er auf jene Berufsgruppen, für die Sonntagsarbeit notwendig ist. „Wo Sonntagsarbeit notwendig ist, verdient sie Anerkennung und faire Arbeitsbedingungen. Wo sie nicht notwendig ist, sollten wir den Sonntag als gemeinsamen freien Tag bewahren.“
Die Politikwissenschaftlerin Sieglinde Rosenberger stellte in ihrem Vortrag den Zusammenhang zwischen gemeinsamer Zeit und Demokratie in den Mittelpunkt. Der freie Sonntag sei zwar nicht „das“ Rezept gegen die gegenwärtige Demokratiekrise, jedoch ein möglicher Beitrag beim Aufbau und Erhalt sozialer Beziehungen.

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
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