Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
„Adoratio“ ist Latein und heißt Anbetung. Für Katholik:innen bringt der Begriff den Glauben auf einen einfachen Nenner. Denn das Gebet vor der Monstranz ist ein Bekenntnis, dass Jesus Christus in der Hostie gegenwärtig ist, die in der Mitte der Monstranz zu sehen ist. „Adoratio“ wird hier zum Kürzel, dass die Beter:innen an den auferstandenen und gegenwärtigen Sohn Gottes Jesus Christus glauben. So gibt „Adoratio“ auch dem Kongress im Stift Kremsmünster seinen Namen.
„Auf die Teilnehmer:innen warten Zeiten des Gebetes und Lobpreises, spannende Vorträge und Workshops, Gemeinschaft und Begegnung sowie Gottesdienste“, umreißt Klemens Langeder das Programm. Der Kaplan koordiniert die drei Adoratio-Tage samt Kernteam, zu dem an die fünfzehn Mitarbeiter:innen gehören. Natürlich geschieht alle Arbeit ehrenamtlich. „Wir möchten allen, die nach Kremsmünster kommen, Nahrung für Kopf, Herz und Seele bieten und alles tun, dass das Motto des Kongresses aufgeht: dass Adoratio zur Begegnung mit Jesus führt.“
Die Idee, in Oberösterreich einen Adoratio-Kongress zu veranstalten, ist nach und nach gewachsen, erzählt Kaplan Langeder. Entwickelt wurde diese Art von Gebets- und Begegnungstreffen als Impuls zur Neuevangelisierung in der Diözese Passau. Inspiriert von dem internationalen Kongress zur ewigen eucharistischen Anbetung, der 2011 erstmals in Rom stattfand, wurde Adoratio 2019 in Altötting ins Leben gerufen. In diesen Oktobertagen findet der Kongress in Altötting bereits zum siebten Mal statt. Kaplan Langeder hat mit einer Handvoll Leute der Pfarre St. Georgen im Attergau vor einigen Jahren an dem Glaubensfest in Altötting teilgenommen und Feuer gefangen. Die kleine Gruppe hat zu Hause in der Kirche mit einer wöchentlichen Zeit der Anbetung – jeweils freitags von 15 bis 18 Uhr – begonnen.
Diese Gruppe und eine Reihe anderer oberösterreichischer Teilnehmer:innen an den Kongressen in Altötting und inzwischen auch in Salzburg, ließen die Überzeugung aufkommen: So etwas brauchen wir in Oberösterreich auch. Nun hat ein Team um Kaplan Langeder Nägel mit Köpfen gemacht: „Nach Kremsmünster sind wir gegangen, weil das der Ort in Oberösterreich ist, an dem am längsten ununterbrochen gebetet wird – seit fast 1.250 Jahren. Das ist ein cooler Ort für einen Kongress über das Gebet.“ Darüber hinaus hat Kremsmünster eine bewährte Infrastruktur und mit dem Treffpunkt Benedikt einen Stock an jungen Leuten, die für Glaubensfeste dieser Art sehr offen sind. Aktuell sind 247 Leute angemeldet, dazu kommen 50 Helfer:innen. Bis zum Beginn am 23. Oktober ist noch Zeit für weitere Anmeldungen – von jung und alt. Insgesamt können 350 Personen teilnehmen. Kaplan Langeder freut sich über den guten Zuspruch: „Die größte Gruppe unter den jungen Leuten, die sich bislang angemeldet haben, sind Studierende.“ Viele kommen auch aus Gebetskreisen, unter anderem aus der Loretto-Gemeinschaft. Und der Kaplan fährt fort: „Alle, die schon Erfahrungen mit dem Gebet haben, und alle jeden Alters, die neugierig darauf sind, sind eingeladen.“ Eine Kooperation mit der Katholischen Jugend der Diözese Linz kam aus organisatorischen Gründen nicht zustande. Langeder hofft, dass es bei einem nächsten Kongress klappen wird: „Es wäre eine Freude, wenn es auch bei uns wie in Altötting und Salzburg gelingen würde, dass aus allen Bereichen der Diözese Leute kommen.“
Zum täglichen Programm des Adoratio-Kongresses in Kremsmünster gehören Vorträge. Das Eröffnungsreferat über das Kongressthema „Begegnung mit Jesus“ hält der Salzburger Pfarrer Rupert Santner, der österreichweit in der Bewegung der Gebetskreise unter seinem Spitznamen „Don Rupi“ bekannt ist. Der Hausherr und Gastgeber Abt Bernhard Eckerstorfer OSB spricht zum Thema „Ist Gott auch abwesend? Das Mysterium der Eucharistie“. Ebenfalls über die Eucharistie referiert der Wiener Studentenseelsorger P. Simon De Keukelaere FSO. Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, zuletzt an der Hochschule Heiligenkreuz tätig, geht den Grundformen des Gebetes nach.
Vertiefend kann man sich in sechzehn Workshops mit Fragen der Eucharistie, des Gebets, des Lebens als Christ:in im Alltag, aber auch mit theologischen Fragen auseinandersetzen. Die Palette der Workshopleiter:innen reicht vom Novizen des Stiftes Kremsmünster bis zu Universitätsprofessorinnen. Die Passauer Bibelwissenschafterin Sandra Huebenthal steht bereit für Fragen „über alles, was du schon immer über die Bibel wissen wolltest“. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz setzt sich mit der Frage zu „Mann und Frau. Die Revolution der Geschlechter seit Christus“ auseinander.
Grundsätzlich können nur angemeldete Personen am Adoratio-Kongress teilnehmen. Die Eucharistiefeiern (mit Bischof Manfred Scheuer und Altabt Ambros Ebhart) in der Stiftskirche sind für alle offen – ebenso der Abend der Barmherzigkeit (mit dem Schwertberger Pfarrer Leonard Ozougwu und Sr. Anne Hilde), der „Gebetsabend mit Schritt“ (Pfarrer Josef Michal) und die Lichterprozession vom Stift zum Kirchberg.
Zum Abschluss des Adoratio- Kongresses wird Amata Eder einen Sendungsimpuls geben. „Das Ziel des Kongresses ist die tiefe Begegnung mit Jesus“, sagt Kaplan Klemens Langeder. „Man soll mit mehr Freude und Friede im Herzen nach Hause fahren, als man hergekommen ist.“
Von 23. bis 25. Oktober findet im Stift Kremsmünster erstmals ein „Adoratio-Kongress“ statt. „Adoratio“ ist ein Kooperationsprojekt der Diözese Linz, des Stiftes Kremsmünster sowie verschiedener Pfarren und Bewegungen. Das Glaubensfestival für jung und alt steht unter dem Motto „Jesus begegnen“ und verbindet Vorträge, Workshops, Lobpreis, Gebetsabende, Lichterprozession und die Feier der Eucharistie. Vorgesehen ist die Teilnahme am gesamten Kongress, es ist aber auch möglich, an einzelnen Tagen zu kommen. Die Gebetsabende und Eucharistiefeiern in der Stiftskirche sind natürlich ohne Tagungsgebühr allgemein zugänglich. Adoratio ist ein Kongress zur Erneuerung der Kirche aus der Eucharistie, der für jeden Christen bereichernd ist. Der Adoratio-Kongress, der in der Diözese Passau von der Abteilung für Neuevangelisierung entwickelt wurde, beschreibt den Charakter des Glaubensfestivals mit folgenden vier Eigenschaftsworten: kirchlich (klar in der Lehre), missionarisch (Zurüstung zur persönlichen Mission), eucharistisch (Anbetung fördernd) und schön (musikalisch professionell, ästhetische Atmosphäre).
Das Programm und Anmeldelink finden Sie unter www.adoratio.at

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
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