Vital und gesund – so wünscht man sich den Schritt ins Alter. Bei vielen beginnt oder endet die Sache jäh. Sturzunfälle sind die sechsthäufigste Todesursache bei älteren Menschen in Österreich.
„Ein Sturz ist nicht nur ein unfreiwilliger Bodenkontakt, sondern bereits das Verlassen eines Niveaus auf ein niedrigeres.“ Dieser Satz findet sich in einem Kursprogramm für Ärzte und Ärztinnen des Ludwig-Boltzmann-Institutes in Wien. Wer stürzt, ist gehandicapt, wird ängstlich, wagt nichts mehr. Und er wird in der Folge noch unbeweglicher und damit sturzanfälliger.
Jährlich brechen sich etwa 12.000 Menschen den Schenkelhals. 11.000 davon sind über 59 Jahre alt. Die Beweglichkeit ist eng mit der Tüchtigkeit der Muskeln, Bänder und Gelenke verbunden. Je älter man wird, umso mehr muss bewusst trainiert werden, was sich bis etwa zum 30. Lebensjahr ganz von selbst regeneriert hat. Eine gewisse tägliche Herausforderung gehört dazu, um den Körper fit zu halten und damit Verletzungen vorzubeugen. Am Ludwig-Boltzmann-Institut Wien werden jetzt jene Faktoren genau untersucht, die das Verletzungs-risiko durch Sturz vermindern können. Die Initiative „Sicher gehen“ wurde gegründet und bietet – vorerst in Wien – Kurse an. Ärzte und Physiotherapeuten werden für das Training in Kleingruppen ausgebildet.
Keine Scheu vor Sport
Senioren sollten keinen Scheu haben, an Ausdauer- und Krafttrainingsprogrammen teilzunehmen, besonders dann nicht, wenn sie unter fachlicher Anleitung geschieht. Nicht nur der Ausdauer-Spaziergang, auch der Weg ins Fitnessstudio ist durchaus eine Möglichkeit, vor allem dann, wenn man sonst wenig Möglichkeiten für körperliche Ertüchtigung vorfindet. Ängste, im Alter Sport zu betreiben, braucht man nicht haben, meinen die Fachleute des Boltzmann-Institutes, im Zweifel sollte man jedoch mit dem Arzt die Sache prüfen. Eine deutsche Untersuchung hat ergeben: In Heimen mit körperlichen Trainingsprogrammen nahm die Zahl der Sturzunfälle um 45 Prozent ab. Ganz abgesehen davon: Körperlich fit zu sein bedeutet auch sonst mehr Wohlbehagen.
Zur Sache:
Ihr Trainingsplan
Fitness lässt sich trainieren. Wer fit ist, hat weniger Unfallrisiko. - Täglich gehen, Stufen zu Fuß steigen, den Einkauf in Wohnungsnähe und ohne Auto erledigen, mit Kindern Ball spielen, Schlitten fahren. - Dreimal in der Woche 30 Minuten flott gehen. - Seniorengerechte Turnangebote nutzen. - Trauen Sie sich also ruhig etwas mehr, etwas längere Strecken, etwas fernere Ziele zu. - Suchen Sie sich Trainingspartner. In einer Gruppe macht Bewegung Freude, gegenseitige Kontrolle hilft.