Der ungewollte Harnverlust ist für 850.000 Frauen und 150.000 Männer in Österreich ein sehr unangenehmes Problem. Die Ursachen sind bei beiden Geschlechtern unterschiedlich. Die drei wichtigsten Formen bei der Frau sind Stress- und Dranginkontinenz und die Kombination aus beiden.
Stressinkontinenz besteht bei Husten, Heben, Bücken, Aufstehen usw., wenn plötzlich Druck im Bauch gemacht wird. Die häufigste Ursache dafür ist Schwäche der Beckenbodenmuskulatur durch Geburten und folglich Senkung der Beckenorgane. Dranginkontinenz dagegen ist Harnabgang bei starkem Harndrang, obwohl der Blasenschließmuskel dicht ist. Häufige, aber kleine Harnmengen zwingen zur Toilette.
Die dritte Form ist eben die Verknüpfung von Harndrang und Harnverlust vor Erreichen der Toilette. Es gäbe noch seltenere Formen, als Beispiel erwähne ich die Überlaufblase bei Restharn nach dem Harnlassen. Der Allgemeinmediziner kann mit einer Basisdiagnostik die richtige Unterscheidung und Diagnose treffen und je nach Inkontinenzform die unter-schiedlichen Therapien einleiten. Unklare Diagnosen oder mangelnder Therapieerfolg sind vom Urologen und Gynäkologen weiter abzuklären. Im nächsten Beitrag werde ich die Behandlungsmöglichkeiten erklären.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach.