Zeitlebens war er rast- und ruhelos: der Mundartdichter und Schöpfer der Landeshymne „Hoamatland“ Franz Stelzhamer. Seine Versuche, ein geregeltes Leben zu führen, scheiterten.
Zweimal versuchte Franz Stelzhamer in Linz den Priesterberuf zu ergreifen, beide Male vergebens. Nachdem Stelzhamer im Mai 1824 in Salzburg ein Zeugnis über die beiden erfolgreich abgelegten Philosophieklassen und damit das Recht zum Besuch einer Universität erworben hatte, strebte Stelzhamer im Herbst 1824 die Ausbildung zum Priester in Linz an. Sein Einstiegszeugnis war nicht gerade gut und in der Linzer Diözese war offenbar der Priesternachwuchs reichlich gegeben, so wurde er abgewiesen. Nach einem abgebrochenen Jusstudium folgten einige Jahre, in denen er als Privatlehrer sein täglich Brot verdiente. Meist lebte er jedoch in großer finanzieller Not. Im Herbst 1832 begann er – nach einer „enttäuschten Liebe“ – das Theologiestudium am Priesterseminar in Linz.
Der Wunsch der tief religiösen Eltern, die mit Unbehagen sahen, dass der 30-jährige Franz noch immer keinen „ordentlichen“ Beruf ausübte, wird dabei vermutlich eine Rolle gespielt haben. In der Novelle „Meine drei Hunde, 2. Telemach“ schildert Stelzhamer rückschauend seinen Abschied von der Welt: „Da geschah einmal in einer schlaflosen Nacht eine wunderbare Bewegung in meinem Herzen. Ich beschloß nicht weniger, als mich augenblicklich von der schnöden, schlüpfrigen Welt ab- und in höherem, reinerem Leben dem hehren Himmel zuzuwenden. (...) Des anderen Tages ging an mir die große Veränderung vor. Und als es so geschehen war, besah ich mich in dem Spiegel und es erging mir beim Überblick des Ganzen, wie Gott dem Herrn nach vollbrachter Schöpfung; ich mußte selbstzufrieden ausrufen: ‚Und alles ist gut!‘ Es war aber nicht. (...) es war nichts als eitel Selbsttäuschung, nichts als eine andere Gattung Eitelkeit ...“, wie er später erkannte.
Der Theologiestudent wohnte – wie damals üblich – privat in einem Dachzimmer in der oberen Pfarrgasse und besuchte die Vorlesungen an der Theologischen Fakultät. Seine Finanzen waren in diesen Monaten gesichert. Die anfängliche Begeisterung für den geistlichen Beruf war jedoch bald verflogen, Zweifel stiegen in ihm auf und nach zehn Monaten war ihm klar, dass er nicht für diesen Stand geeignet war. Er dichtet:“Seid barmherzig, gebt mich frei aus den Qualen der Kanzlei! Wißt, ich bin ein Dichter und draußen steht der Mai!“ Dieser Lebensabschnitt war für ihn beendet, sein künstlerischer Durchbruch als Mundartdichter folgte danach.