Ausgabe: 2002/04, Dialektmesse, Ried, Stelzhamer, Mundartdichtung, Hohenzell, ST. Franziskus, Ried,
23.01.2002
- Elisabeth Leitner
Mundartdichter Stelzhamer wird heuer anlässlich seines 200. Geburtstages vielerorts geehrt. Mundartdichtung ist eines der Betätigungsfelder von Tischlermeister und Dichter Josef Kettl aus Hohenzell.
Seit 1970 schreibt Josef Kettl, Tischlermeister und Mitglied der Innviertler Künstlergilde in Ried, selbst Gedichte. „Für mich ist das Schreiben ein Gespräch mit mir. In Gedanken erhebe ich mich über den Alltag des Betriebs und wachse somit in eine andere Welt. Es zwingt mich dabei Dinge beim Namen zu nennen, ihnen einen Namen zu geben“, erzählt Kettl. Vier Lyrik-Bände sind von ihm bereits erschienen.
Vor kurzem hat Pater Eugen Szabo vom Bildungszentrum St. Franziskus in Ried den Mundartdichter gefragt, ob er nicht im Rahmen einer Bibelausstellung eine „Dialektmesse“ gestalten könnte. Gesagt, getan. Als kirchlich geprägter Mensch hat sich der Dichter dabei nicht schwer getan. Obwohl: „Man muss schon stark nachdenken beim Übersetzen von der Schriftsprache in die Mundart. Was ist denn bei den liturgischen Texten wirklich gemeint?“ Eine Frage, die Gottesdienstbesuchern nicht unbekannt sein dürfte. Eine Beobachtung hat Kettl gemacht: Gedanken, die „halbwegs klar sind“, entstehen in Mundart, diffuse Stimmungen lassen sich eher in Schriftsprache aufs Papier bringen. Bei der Dialektmesse hat er jedoch den „umgekehrten Effekt“ erlebt. Kettl erklärt ab-schließend: „Es waren viel mehr Umschreibungen notwendig um einen Satz der liturgischen Sprache in Mundart zu bringen.“
Dialektmesse mit Gebeten und Bibellesungen: 27. Jänner, 19 Uhr im Bildungszentrum St. Franziskus, Ried.