Kombinationen von verschiedenen Therapieansätzen versprechen mehr Erfolg als einzelne Maßnahmen. Bei einer Dranginkontinenz (Reizblase) ist die Vermeidung von Kälte am Unterkörper wichtig. Die genaue Aufzeichnung von Trinkmenge und Harnmenge (Nachttopf) und darüber, wie oft „etwas daneben geht“, haben einen Trainingseffekt. Gezielte Medikamente wirken gut, haben leider Nebenwirkungen auf den Augendruck. Pflanzliche Arzneien (Goldrute, Kürbiskerne) stehen zur Verfügung, müssen in ausreichender Dosierung genommen werden. Die Homöopathie und Akupunktur können helfen. Eine technische Methode ist die Elektrostimulation der Muskulatur durch Vaginalsonden (keine Stromschläge). Kneippwechselbäder oder -güsse und warme Lendenwickel beruhigen die Reizblase.
Die Stressinkontinenz kann mit täglichem Beckenbodenmuskulatur-Training deutlich gebessert werden, wenn dieses richtig gemacht wird (zusammenkneifen ist zu wenig). Verschiedene Pessare (z. B. Ringe, Schalen) werden intravaginal so platziert, dass sie den Blasenausgang abdichten. Schließlich wäre noch die operative Änderung der lockeren Verhältnisse im Blasen-Beckenbodenbereich zu erwähnen, als letzter Ausweg gewissermaßen. Regelmäßige aktive Gymnastik, pflanzliche Mittel und Kneippen wären die bessere Alternative. Kontakt „Leben im Alltag“: maria.haunschmidt@kirchenzeitung.at