Ausgabe: 2002/04, Waffen, Waffen der Liebe, Franz von Sales, Dialog
23.01.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
24. Jänner: Franz von Sales und der Dialog
War es Absicht, den Friedensgipfel der Weltreligionen am Festtag des hl. Franz von Sales (1567–1622) anzusetzen? Obwohl er Bischof von Genf war, konnte er die Stadt nicht betreten. Zu heftig waren die religiösen Fehden zwischen Calvinern und katholischer Kirche. Heute betrachten manche den Bischof aus der Zeit der Gegenreformation tatsächlich als den, dessen Ziel es war, „Abgefallene“ wieder „katholisch zu machen“. Gerecht wird man dabei dem Kirchenlehrer nur auf den ersten Blick. Er konnte nicht den ökumenischen und interreligiösen Blickwinkel von heute besitzen; keinesfalls aber war er ein „Hardliner“. Im Gegenteil: Um die Mauern der reformierten Stadt Genf einzureißen, ließ er keine anderen Mittel zu als die „Waffen der Liebe“. Bei aller Verschiedenheit zu seinem Gegenüber bewahrte er hohen Respekt und Bereitschaft zum Dialog. So gesehen ist der 24. Jänner gut gewählt.