In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde für die Feier der heiligen Messe im Alten Dom zu Linz ein kunstvolles Messbuch angefertigt. Die Titelseite der Kirchenzeitung zeigt das Blatt mit dem Beginn der Auferstehungsliturgie zum Ostersonntag.
In der Tat: Eine neue Seite des Lebens ist aufgeschlagen. Es verliert sich nicht einfach irgendwo und irgendwann. An seinem Ende steht nicht mehr der Tod, sondern das Leben.Die Freude der Auferstehung hat der Künstler geschmückt mit leuchtenden Farben. Die ganze Schöpfung – Pflanzen und Tiere – jubeln mit. Selbst ein Hund – unten links auf der Seite – singt sein Jubellied, als Christus in seiner Herrlichkeit an den Wächtern vorbei aus dem Grab kommt. Zwei der Wächter schlafen. Sie bekommen nicht mit, was sich ereignet. Einer allerdings traut seinen Augen nicht bei dem, was er sieht.
Vielleicht spiegeln gerade die drei Wächter die Situation der Christen wider: ob einer die Auferstehung in ihrer Kraft verschläft, weil er sich im Gewohnten und schon Bekannten erschöpft, oder ob sich jemand überraschen und aufwecken lässt von Christus.