Liebe Katholikinnen und Katholiken in Oberösterreich!
Leiden, Tod und Auferstehung Christi bedenken und feiern die Gläubigen in den kommenden Tagen. Drei Wirklichkeiten sind damit genannt, in denen Jesus uns Menschen in besonderer Weise nahe kommt.
Das Leiden ist eine Tatsache für viele Menschen, an der sie nicht vorbeigehen können. Christus hat das Leid der Menschen auf dem Kreuzweg geteilt. Ein Mann Namens Simon hat ihm geholfen, das Kreuz zu tragen.
Mitträger des Kreuzes anderer Menschen zu werden, dazu sind Christen gerufen. Wir dürfen nicht aufhören, nach Lösungen zu Gunsten der Leidenden zu suchen, sei es politisch, sei es in den Pfarren oder in unserem eigenen persönlichen Lebensfeld.
Christen bedenken in diesen Tagen den Tod Christi. Die Konsequenz, mit der er seinen Weg ging, berührt uns bis heute, wenn wir am Karfreitag in der Todesstunde Christi innehalten.
Ich lade Sie ein: Halten auch Sie an diesem Karfreitag inne. Dass Christus für uns gestorben ist, soll uns nicht selbstverständlich oder gar gleichgültig sein.
Die Aufmerksamkeit für das Leiden Christi führt uns hin zur Aufmerksamkeit für die Leidenden heute. Wer vor dem Leid nicht die Augen schließt, dem wird die Freude der Auferstehung aufleuchten und entgegenkommen.
„Der Heiland ist erstanden“, erklingt befreiend das Osterlied. Es ist das große Geschenk Gottes: Den Leidenden und Sterblichen schenkt er das Leben.
Wer die Freude des Lebens erfahren hat, wird alles tun, um das menschliche Leben in seiner Kostbarkeit von der ersten bis zur letzten Stunde zu achten und zu schützen.
Die Kirchen unseres Landes stehen offen. Für jene, die regelmäßig die Gottesdienste in den Pfarren mitfeiern, ist Ostern ein Höhepunkt ihrer religiösen Lebenspraxis. Mit besonderer Herzlichkeit möchte ich jedoch auch jene, die schon längere Zeit nicht mehr am kirchlichen Leben teilgenommen haben, zur Mitfeier der Karwoche in unseren Kirchen einladen. Gerade in dieser Woche kommt das Geschenk des Glaubens so deutlich und umfassend zum Ausdruck: Für alle ist Christus gestorben, für alle ist er auferstanden. Uns allen gilt dieselbe Hoffnung im Glauben.
Den Lesern und Leserinnen unserer Kirchenzeitung wünsche ich zusammen mit allen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein frohes und gesegnetes Osterfest.