„Ein Baum, ein Strauch? Kommt mir nicht mehr in den Garten! Immer dieser Mist!“, sagt der Rasenfetischist. „Kinder, herumlaufen könnt ihr hier nicht! Der schöne Rasen!“, ermahnt er. Ständig rückt er jedem Unkräutchen und Ungräschen zu Leibe. Der Nachbar, der mit dem Naturgarten, freut sich dagegen an der grünen Vielfalt – und so manche/r mit ihm. Sie verweilen und schauen, fühlen sich wohl unter den Bäumen, vor grünen Wänden, am erwachenden Fliederbusch, am Teich. „Ist es da schön!”, sagen Besucher/innen. Auch Amsel, Drossel, Fink, Rotschwanz und Meisen tummeln sich von Ast zu Ast und bauen Nestchen, eine Wildente taucht manchmal im Teich. Igelfamilie und Kröten spüren den Frühling, die ersten Falter und Bienen schwärmen aus. Da reicht es dem Nachbarn. Er hat genug vom Begradigen, Eingesparten, vom Kühlen und Kahlen und Überkandidelten – und es freuen sich die Kinder, die Pflanzen, die Tiere und ... er selbst ist nun auch glücklich. Fad wird ihm trotzdem nicht. Denn mit dem Eingrenzen, Be-gradigen und Zurückschneiden der neuen grünen Wildnis hat er ja noch genug zu tun.