Kein Luftschloss oder Hirngespinst ist das „Luftauto“, das die Öko-Träume von verschonter Umwelt und die Sehnsucht der Menschen nach anhaltender bequemer Mobilität verbinden könnte.
In diesen Tagen gibt es erste Gespräche, der Luftauto-Erzeugung auch in Österreich einen Standort bei Graz zu sichern. Der Linzer Energiekostenberater und Konsulent für Umweltfragen Ludwig Eidenhammer hat das Auto mit seiner neuen Technik und dem dezentralen Produktionskonzept in Frankreich kennengelernt. Er will nun in Österreich Politiker für diese Auto-Revolution gewinnen. 35 Kilogramm leicht ist der Zweizylinder-Monoenergiemotor. Er verzichtet völlig auf die umweltbelastende Verbrennung fossiler Kraftstoffe. Stattdessen wird Druckluft aus einem Kevlar-Carbon umwickelnden Luftdruckbehälter in einer Metallkugel verdichtet. Der Motor erreicht schadstoffrei, geruchslos und leise den doppelten Wirkungsgrad der Leistungsabgabe eines Benzinmotors: Überdruck entweicht auf zwei Zylinder, deren Kolben den Wagen antreiben. Die Materialbelastung, verspricht der Hersteller, sei gering, weil im Motor nur Temperaturen bis zu 400 Grad Celsius entstehen. Das Auto soll Ende 2002 in Serie gehen.
Jules Verne’s Geist
Für das Luftauto von MDI (Motor Development International) hat der erfolgreiche französische Formel 1-Motorkonstrukteur Guy Nègre ein völlig neuartiges Konzept entwickelt: einen Motor, der mit komprimierter Luft angetrieben wird. Dieser arbeitet abgasfrei. Bei der Umweltmesse in Bielefeld im heurigen Mai wurde das Auto vorgestellt. In den internationalen Medien (Italien, Frankreich, Spanien), aber auch bei Josef Broukal im ORF in der Sendung „modern times“ wie bei Günter Jauch in SAT 1 hat das Luftauto ebenfalls schon große Aufmerksamkeit erregt. Der Tüftler Nègre hat im Laufe seines Lebens mehr schon als 70 Patente angemeldet. Er hat, wie auf den Internetseiten unter www.air-car.de zu erfahren ist, am gleichen Tag wie Jules Vernes Geburtstag. Und für Nègre hat dieser zeitliche Zusammenfall schon seine Berechtigung: „Verne hat vor über hundert Jahren behauptet, dass Pressluft die Energieform der Zukunft ist.“
Technische Daten: Max. Geschwindigkeit: etwa 110 km/h; Tankinhalt: 300l/300 bar; Reichweite 200 bis 300 km, Wartung: 2l Öl/50.000 km; Zuladung: 500 kg; Ladezeit bei Füllstation: 2 bis 3 Minuten, bei bordeigenem Kompressor: 4 Stunden.