Seit Jahren verbringe ich meine Ferien in Steyr. Dabei habe ich jedes Mal das Vergnügen in meiner Gastfamilie Ihre Kirchenzeitung lesen zu dürfen. (Alle Exemplare werden jeweils für mich aufgehoben.) Schon oft habe ich auch Beiträge mit nach Hause genommen und sie im Unterricht eingesetzt. Heute möchte ich Ihnen für Ihre feine journalistische Arbeit einmal danken und Ihnen weiterhin alles Gute wünschen. Edwin Strässle, Schweiz
Priesterinnen
Zum Leserbrief von Dr. Siegfried Raingruber, KIZ 21Zum Leserbrief von Dr. Raingruber ist anzumerken, dass Johannes Paul II. im Schreiben gegen das Frauenpriestertum (Ordinatio sacerdotalis) zwar nicht unfehlbar (ex cathedra) entschieden hat, dieses Dokument aber von der Kongregation für Glaubenslehre am 28. Oktober 1995 als endgültig und zum Glaubensgutgehörig und damit als unfehlbar zu betracheten ist. Markus Doppelbauer (Theologiestudent), Grieskirchen
„Ökumenismus“
Wir wehren uns gegen eine nervöse Ungeduld, die ohne Rücksicht auf Dogma und Glaubens gut eine äußere Einheit durchsetzen will. Eine ungesunde und eigenwillige religiöse Praxis schafft, auch wenn sie gut gemeint ist, keine Einheit. Sie baut Spannungen auf, die das Miteinander gefährden. Die Kirche ist und bleibt, wie Paulus bekennt, „Säule und Grundfeste der Wahrheit“ (1 Tim 3,15). Wir wehren uns gegen jede Verwischung der Glaubenswahrheit. Jesus Christus ist und bleibt die Mitte der Kirche. Nicht wenige meinen, sie könnten mit der Botschaft Christi willkürlich verfahren und sie nach eigenem Geschmack umformen. (...) Eine Verkürzung der Glaubenswahrheit schafft eine Verarmung. Wir wehren uns gegen jede Simplifizierung. Wir sind der göttlichen Offenbarung verpflichtet. Sie kann nicht durch imaginäre Vorstellungen von Wissenschaft oder die ständig wandelnden gesellschaftlichen Ideologien laufend manipuliert werden. Wir können nicht zulassen, dass man im Gegensatz zur Kirche in Gottesdienst und Leben Dinge erzwingen will, die dem Evangelium der göttlichen Wahrheit widersprechen. Josefa Kohl, Linz
Energiegetreide
Technisch kein Problem, aber die Moral? KIZ 16, S. 2 und 3Sehr geehrter Herr Dr. Riedl! Ihre Bedenken gegen das Verheizen von Getreide teile ich nicht. Ich hoffe, Sie haben sich ausreichend mit der ökologischen Seite des Themas befasst, ehe Sie Ihre Stellungnahme abgegeben haben. Ich nehme an, es ist „das tägliche Brot“ aus dem Vater unser, das Sie auf den Plan gerufen hat. Diese Bilder sind in uns allen natürlich tief verwurzelt, besonders in der Kriegsgeneration. Schön wäre es, wenn auch andere Dinge in uns tief verwurzelt wären. Etwa das Bewusstsein, dass wir uns alle ausnahmslos mit unserem Streben nach dem Billigsten mit am Niedergang der Landwirtschaft, des natürlichen Wirtschaftens und der menschenwürdigen Arbeitsbedingungen direkt beteiligt haben.Schön wäre es, wenn wir endlich kapierten, dass unser geschätzter Wohlstand nur mehr haltbar ist, weil an anderen Orten der Welt immer mehr Menschen im Elend versinken. Was sagen Sie dazu, dass der Lohnanteil einer Blue Jeans nur mehr ein halber Euro ist? (...) Dr. Hermann Scheer (Berlin) hat in seinem Buch „Solare Weltwirtschaft“ nachgewiesen, dass nachwachsende Energie und Solartechnik den Energiebedarf einer Industrienation decken können. Dafür hat er den alternativen Nobelpreis erhalten. (...) Bevor wir uns den Kopf zerbrechen, ob man Getreide verheizen darf, diskutieren wir besser darüber, wie viele unserer Nutztiere durch Importfutter gemästet werden, das aus Entwicklungsländern kommt, welcher Krieg des vergangenen Jahrhunderts eigentlich kein Ölkrieg war und warum die OMV im Sudan Erdöl für ein radikal-islamisches Regime fördert, das im Bohrgebiet die christliche Bevölkerung vertreibt und ermordet. Und warum das Geld der russischen GASPROM auf Schweizer Konten liegt, während kaum ein einziger Rubel in die Instandhaltung der Leitungen geht.Vor diesem Hintergrund sieht die Frage „Getreide, ja oder nein“ anders aus. Biomasse war immer ein Energieträger und ist gerade heute unverzichtbar. Gewählt werden sollten jene Pflanzen, die einen guten Kohlenstoff-Hektarertrag zu Stande bringt und dem Boden nicht schaden. Ob Holz, Elefantengras oder Energiegetreide kann keine Frage der Moral sein. Franz Friedl, Salzburg
Schule
In welcher Gesellschaft leben wir, wenn einerseits Klosterschwestern vom Schulbetrieb gehen (Auerbacher Schwestern), weil sie die Zehn Gebote lehren und „Himmel und Hölle“ statt Gut und Böse den Kindern erklären. – Traurig. Andererseits werden Lehrer und Lehrerinnen von Schülern erschossen und so aus dem Schulbetrieb entfernt. Ein Teilbereich in der Erziehung unserer Jugend liegt wahrscheinlich in der Verrohung unserer Wohlstandsgesellschaft. Vielfach fehlt den Kindern oft das warme Nest in der Familie und sie werden zum Teil vom Fernseher erzogen. (...) Josef Leibetseder, Altenfelden