„Hiermit geben wir die Bitte des siebenjährigen Kindes weiter. Es wäre nett, wenn sie die Liste an zehn weitere Firmen, Behörden oder Institutionen weiterleiten würden ...“ So steht es im Mail. Ein krebskranker Bub möchte durch einen Kettenbrief ins Guiness-buch der Rekorde“ kommen.
Diese Freude wird man dem kranken Buben doch gönnen. Nur: Im angeführten Landeskrankenhaus Tulln weiß man nichts von dem Buben. Solche und ähnliche Internet-Kettenbriefe kursieren immer wieder – und stellen sich oft als Fälschung heraus. Wenn das ganze als Scherz gedacht sein sollte, so ist dieser nicht nur geschmacklos, sondern auch unverantwortlich. Man gewöhnt sich zu schnell an den zeitraubenden Müll im Netz. Beim nächsten Mal wird man die Sache von vorne herein nicht mehr so ernst nehmen. Man sollte es aber.
Was nämlich, wenn wirklich ein Notfall dahinter steht? Im Fall jener Frau aus dem Sudan, die nach einer Vergewaltigung gesteinigt werden sollte, weil sie ein außereheliches Kind erwartete, ist noch in Erinnerung. Eine Internet-Aktion hat wesentlich mit dazu beigetragen, dass sie „begnadigt“ wurde.