Nachhaltig leben bedeutet verbissenes Gesicht, viel Arbeit und wenig Bequemlichkeit? Das ist nur die halbe Wahrheit. Der Kluge wirtschaftet nachhaltig und genießt dabei sein Leben – mehr als es einem Menschen möglich ist, der sich an gegebenen Mustern festhält.
Das Zusammenwirken mit den Rhythmen der Natur, die Rücksichtnahme auf kommende Generationen wird zur positiven Herausforderung. Es lässt sich besser leben damit, denn man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Es geht nicht darum, um jeden Preis auf altes Wissen zurückzugreifen. Nachhaltig leben heißt auch, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig mit neuen Ideen die Aufgaben weiter zu entwickeln.
Das fehlende Wissen kann heute jedenfalls keine Ausrede mehr dafür sein, warum man lieber erst morgen zu überlegen beginnt, was man für die Mit- und Umwelt tun könnte – dabei versäumt man, sich selbst Gutes zu tun.
Das ist etwas für dich
Nachhaltigkeit heißt für viele noch „verzichten“
Im August wird in Johannesburg in Südafrika ein UNO-Gipfel zum Thema „Nachhaltigkeit“ stattfinden. Das Thema, mit dem sich die Vereinten Nationen auseinandersetzen, sollte allen wichtig sein.
Dass wir unsere Welt nicht endlos ausbeuten können, weiß heute jedes Kind. Doch im Alltagsdenken ist dieses Bewusstsein noch nicht verankert. Die OÖ. Akademie für Umwelt und Natur hat untersucht, warum es beim Thema „Nachhaltigkeit“ in erster Linie bei Bekenntissen bleibt. Am mangelnden Wissen scheitert die Umsetzung heute nicht mehr.
Ziele und Hemmnisse
Rund 90 Persönlichkeiten aus Oberösterreich wurden zum Thema befragt, daraus wurde ein Meinungsbild entwickelt. Befragt wurden unter anderem Biobauern, Unternehmer, Verkehrs- und Stadtplaner, Interessensvertreter und Gemeindepolitiker. Das Ergebnis hat Mag. Oskar Schachner am 12. Juni in Mühldorf am Inn in Bayern präsentiert. Dort trafen sich Vertreter/innen von Organisationen, die sich in Oberösterreich und Bayern mit dem Thema „Regional- und Dorfentwicklung“ und „Nachhaltigkeit“ beschäftigen. Von Bayerischer Seite waren Vertreter/innen der Kath. Landvolkbewegung und der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege gekommen, aus Oberösterreich Vertreter/innen der Akademie für Natur und Umwelt sowie der Landpastoral und der Abteilung Gerechtigkeit/Friede/Schöpfung der Diözese Linz.
Die von der OÖ. Akademie für Umwelt und Natur Befragten haben Ziele für Nachhaltigkeit formuliert, aber auch, was sie als hemmend empfinden. Ziele sind zum Beispiel: Erhalten der natürlichen Artenvielfalt, Überleben einer selbstständigen Landwirtschaft und selbstständiger Kaufleute.Die Befragten sind dafür, das Bewährte zu erhalten, gleichzeitig wünschen sie aber auch Neues. „Das Bewährte weiterentwickeln und den Mut haben, neue Bahnen zu brechen“, fasst Oskar Schachner zusammen.
In allen Lebensbereichen
Dazu gehören auch soziale Inhalte wie neue Formen der Arbeit, der Ehrenamtlichkeit. Stadt und Land und Gemeinden sollen zusammenwirken. Zu Nachhaltigkeit gehört auch Sicherheit im umfassenden Sinn: Klimaschutz, Finanzierung der Infrastruktur, Friedenssicherung nach innen und außen und Friede mit der Natur. „Die Menschen wollen serienreife, bequeme ökologische Lösungen“, sagt Oskar Schachner.
„Wir müssen den Menschen vermitteln: Das ist ja etwas für dich selbst“, so Schachner, „Das ist, was mir auf Dauer gut tut und ein Nutzen für die Zukunft.“ Und er formuliert auch einen Wunsch: „Das soll eine Qualität unseres Denkens und Handelns in allen Lebensbereichen werden.“