Ordinariatskanzler Prälat Gottfried Schicklberger zelebrierte den Gedenkgottesdienst, an den ein Gang zum Grab Pfarrer Josef Forthubers anschloss.
Bild: Winkelmeir
An den Gedenkfeiern für Pfarrer Forthuber am 21. und 22. Juni 2002 in Friedburg nahmen auch viele ältere Menschen teil. Eine Erfahrung: Die belastete Vergangenheit zur Sprache bringen, wirkt befreiend.
70 bis 80 Teilnehmer waren zur Gedenkfeier im Pfarrhof am 21. Juni und zur Frühmesse am 22. Juni mit anschließendem Gang zum Grab Forthubers gekommen. Sie gedachten des 60. Todestages von Pfarrer Forthuber.
Der beliebte Friedburger Pfarrer Josef Forthuber kam in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1942 auf tragische Art ums Leben. Dass ihn die Nazis ermordet haben, spürte/wusste die Bevölkerung. Doch es war gefährlich, dies öffentlich auszusprechen. Aber auch nach der NS-Zeit hatten Kirche und Gemeinde wenig gegen das Vergessen getan. Das Ehepaar Winkelmeier, der Neffe Forthubers, der Passauer Domkapellmeister Joseph Werndl, und Dr. Erna Putz haben in den letzten Jahren die Arbeit wider das Vergessen geleistet und unterstützt.
Das Ehepaar Winkelmeier befragte 50 Personen über die Geschehnisse im Ort während der NS-Zeit. „Endlich macht wer was“, war die mehrfach gehörte und unerwartete Antwort vieler älterer Bürger/innen. Unter den Nachgeborenen war soviel Verständnis nicht zu spüren. Bei den Recherchen der Winkelmeiers kamen auch andere Erlebnisse der damaligen Zeit, die tiefe Wunden hinterlassen haben, auf den Tisch der Erinnerung. „Das hätte schon früher getan werden sollen“, meinte eine der Befragten.