Mit 1. Mai errichtete Diözesanbischof Maximilian Aichern die Bischöfliche Stiftung „St. Severin“. Das Anfangskapital sind zwei Millionen Euro.
Mag. Fritz Mayrhofer und Maria Homm sind die Vorstände der Stiftung, die in dieser Woche das Stiftungskonzept der Öffentlichkeit präsentierten. Mag. Mayrhofer über den Hintergrund der Stiftungsgründung: „Seit einigen Jahren überlegten wir in der Caritas, wie wir den sich verändernden Herausforderungen strukturell und inhaltlich entsprechen.“
Was hat sich verändert? – Die Gelder, die die Kirche aufbringen kann stagnieren; die staatlichen Zuschüsse sind in Zeiten der Sparpakete auch umkämpfter; die wachsende Professionalisierung verlangt eine stärkere Beschränkung auf die Kernkompetenzen. Und will man in den Genuss von EU-Förderungen kommen, ist Gemeinnützigkeit oft ein Handicap. Kernkompetenz – das heißt: Die Caritas soll sich den Bedürftigen widmen können, die Stiftung treibt die Geschäfte. So wird die Caritas entlastet und kann vom Gewinn, den die Stiftung abwerfen soll, auch noch profitieren.
„Wir müssen stärker in die Wirtschaftswelt einsteigen“, sagt Mag. Mayrhofer. Seine Erwartungen, in der Welt der auf Gewinn orientierten Unternehmen mitzuspielen, sind verknüpft mit den Schlagworten: größere Struktur, genutzte Synergien, Professionalität. Eine „größere Struktur“ – wie verträgt sie sich mit den einst gepriesenen Chancen der kleinen Strukturen („small is beautiful“)? Maria Homm: „Es muss uns gelingen, beide Wahrheiten zu verbinden.“ – Größe, um mit der Kostenstruktur in einen Bereich zu kommen, der ökonomisch interessant ist. Gleichzeitig aber auch auf die Flexibilität und Eigenverantwortung kleiner Einheiten vor Ort setzen.