Pfarrer Mag. Josef Pichler (2. von links), Mitarbeiter/innen der Pfarre und das Architektenteam beim Spatenstich.
Pöstlingberg: Ein Baukran zwischen Basilika und Pfarrhof wird während der nächsten Monate als „dritter Turm“ weithin über Linz sichtbar sein.
Schwieriger als die Planungsphase kann die Bauzeit nicht mehr werden: Zehn Jahre dauerte es, bis Bevölkerung, Pfarre, Bundesdenkmalamt und Gestaltungsbeirat der Stadt Linz einen gemeinsamen Nenner über Ort und Aussehen des neuen Pfarrheims gefunden hatten. Am 30. Juni 2002 war es nun so weit: Mit einem feierlichen Spatenstich wurde die Baustelle eröffnet.
Die Pfarre Pöstlingberg zählt 3.400 Katholiken. Durch ihre Lage am Stadtrand von Linz wächst ihre Zahl stark. So wurde der einzige Raum mit knapp 50 Quadratmetern, der für pfarrliche Treffen zur Verfügung stand, den Anforderungen schon längst nicht mehr gerecht.
Das neue Gebäude wird an den bestehenden Pfarrhof angebaut – vom Kirchenvorplatz aus gesehen hinter dem Pfarrhaus. Um das Gebäude der abschüssigen Geländeform anzupassen, erhält das Pfarrheim zwei Geschosse, die beide ebenerdig zu erreichen sind. Neben zwei Gruppenräumen und einer Küche stellt ein Saal mit 110 Sitzplätzen das Herzstück des Neubaus dar. Für ein kirchliches Gebäude ist es zwar passend, dass es – ganz biblisch – auf Granit-Fels gebaut wird, der Finanzausschuss der Pfarre hat damit aber weniger Freude. Wegen der schwierigen Bodenverhältnisse werden die Baukosten mit 1,3 Mio Euro veranschlagt. Die Pfarre wird rund 600.000 Euro zu tragen haben. Im Herbst 2003 soll das Pfarrheim eröffnet werden. Die Räume wurden für die Pfarre geplant. Ob sie auch Wallfahrer/innen (etwa für Vorträge) benützen können, wird noch überlegt.
Um den für den Bau notwendigen Kran doppelt einsetzen zu können, wird zeitgleich die stark witterungsgeschädigte Westfassade der Kirchtürme renoviert. Die unaufschiebbare Erneuerung des „Wahrzeichens von Linz“ kostet 144.000 Euro. Dabei muss die Pfarre einen Großteil der Gelder selbst aufbringen. Trotz der Arbeiten an Kirche und Pfarrhof werden die Wallfahrer/innen in der Kirche nicht beeinträchtigt sein.