Zwei Ereignisse ließen neben der Fußball-WM am Wochenende aufhorchen. Die „Priesterinnenweihe“ und das Diözesanfest. Sie hatten einen gemeinsamen Nenner: das Schiff.
Beim Diözesanfest war es die Evangeliumstelle vom Seesturm, der das kleine Boot mit Jesus und seinen Leuten durcheinander beutelte. Von Passau donauabwärts war am Tag zuvor auch ein Schiff unterwegs. Auf dessen schwankendem Boden ging das Szenario der unerlaubten Priesterinnenweihe vor sich. Das Symbol des Schiffes, durch das Meer der Zeit unterwegs, ist in diesen Tagen ein sehr taugliches Bild. Es zeigt, wie es auf jeden und jede ankommt – auf Wachsamkeit, Teamgeist und aufs Anpacken. Die Kirche ist nicht – oder nicht allein – die feste, unverrückbare Burg, in die man sich in Sturmzeiten nur zurückziehen oder einbunkern müsste. Rudern heißt es, den Kurs finden. Was auf jenem anderen Schiff geschehen ist? Bei aller angebrachten Abgrenzung wird auch so etwas wie Respekt verlangt, wie man ihn auch sonst Menschen, unabhängig von Konfession oder Religion, entgegenbringt. Ob wohl Jesus bei diesem Sturm auf dem See auch ruhig im Boot geschlafen hat? mf