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Bischof Aichern: Lassen wir uns nicht beirren

Katholische Kirche Oberösterreichs feierte ein besinnliches Fest
Ausgabe: 2002/27, Diözesanfest, Boschhalle, Wels, Linz, Aichern, Bischof, KA-Büro, Feier, feiern, Boot, Segel, Wasser, Steinbach/Steyr, Ökumene, Putz, LH, Pühringer
02.07.2002
- Matthäus Fellinger
Eine gute Seelsorge ist für die Menschen im Land wichtig. Besonders für die Begleitung in sensiblen Lebensabschnitten braucht es das Wirken der Kirche. Dieses Zeugnis stellte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer der Kirche Oberösterreichs beim Diözesanfest letzten Sonntag in Wels aus.

„Lassen wir uns nicht beirren, arbeiten wir an unseren Aufgaben weiter“, lud Bischof Maximilian Aichern die Feiernden zur Mitgestaltung ein. Er sagte dies im Wissen um die Turbulenzen, die es im Zusammenhang einer unerlaubten „Priesterinnenweihe“ am Vortag, 29. Juni, auf der Donau unterhalb von Passau gegeben hatte. Es geht, so Aichern, darum, Gott zu verkündigen, seine Gemeinschaft zu feiern und den von Jesus vorgelebten Dienst an den Hilfsbedürftigen zu leisten. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam im Boot der Kirche unterwegs sind“, dankte der Bischof allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kirche.


Die Schätze der Kirche


Katholische Kirche feierte am Sonntag „offen.beherzt.vielstimmig“


Rund 1500 Menschen holten sich neue Motivation beim Fest der Begegnung der Katholischen Kirche Oberösterreichs.

„Da wollen wir dabei sein!“ So hieß es in einem der Lieder, mit denen das Lechtaler Duo Bluatschink beim Diözesanfest in der Welser Boschhalle begeisterte.

Es hat Sinn, sich in der Kirche für die Menschen einzusetzen. So erlebten es die Feiernden bei diesem Dankfest für alle, die sich in den Pfarren engagieren. Kirche ist für dieses Land von unschätzbarer Wichtigkeit. So betonten es Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer oder der Welser Bürgermeister Dr. Peter Koits: „Ohne diesen Einsatz wäre unser Land nicht ein Land, in dem Menschen so aufeinander zugehen“, meinte Koits. Pühringer dankte vor allem der Caritas und den Frauen in der Kirche – und für die selbstverständliche Ökumene in Oberösterreich – und er dankte besonders Bischof Maximilian Aichern für dessen 20-jähriges Wirken für eine Kirche um der Menschen willen.

„Wo man hinschaut, sind Totalveränderungen im Gang. Aber die Freude in der Kirche kann inmitten der Umbrüche unserer Zeit neu entstehen.“ So drückte es die 83-jährige Dr. Wilma Immler aus. Jägerstätter-Biographin Dr. Erna Putz verglich die Kirche mit einem Schatzhaus. „Man muss nur manchmal auch eine Lade aufmachen – dann gibt es so viele Möglichkeiten für Frauen und für Männer.“

Im Aufbruch der Welt – hin zu einem nachhaltigen Wirtschaften und Handeln – hat die Kirche eine große Chance. Sie muss die Wertefrage ernst nehmen. So drückte es Bürgermeister Sieghartsleitner aus Steinbach/Steyr aus.

Ein schlichter, berührender Wortgottesdienst stand in der Mitte des Festes. Die Erzählung vom Seesturm aus dem Markusevangelium – vorgetragen vom Welser Schauspieler Franz Strasser – war ausgewählt worden. „Das Wasser steht uns manchmal bis zum Hals und wir stehen vor Mauern“, interpretierte Bischof Aichern. Aber: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam im Boot der Kirche weiterfahren – im zuversichtlichen Glauben, dass der Herr mit uns im Boot ist.“

Matthäus Fellinger


ZUR SACHE


Festteilnehmer spendeten Haus


„Es ist gewaltig! Mit 3.358 Euro ist die gestrige Spende wirklich ein Mega-Rekord!“ Toni Knittel und Peter Kaufmann, die beiden „Bluatschinks“ aus Tirol, zeigten sich am Tag danach vom Diözesanfest-Publikum begeistert. Die beiden Musiker engagieren sich für ein Aufbauprogramm im Kosovo – und sie hatten eingeladen, dieses Projekt zu unterstützen.

Zwar konnte für die spontane Sammlung in der Eile nur eine kleine Schachtel aufgetrieben werden. Umso namhafter ist der Betrag, der sich nach dem Zählen darin fand. Mit den 3.358 Euro kann ein Holzhaus im Kosovo errichtet werden. Dort haben ganze Familien den letzten Winter immer noch in Zelten verbracht. Ein menschenwürdiges Zuhause für eine Familie – das ist auch ein Ergebnis des Diözesantages. Vor allem für die Jüngeren war das Bluatschink-Konzert beim Fest der Höhepunkt – und viele Ältere, unter ihnen Bischof Aichern, ließen sich von der Atmosphäre mitreißen.

Nichts gegen Deutsche


„Wir haben doch nichts gegen Deutsche!“, kommentierte Dr. Christine Haiden den Applaus, der aufkam, als sie das Ergebnis des Fußball-WM-Endspiels beim Fest bekannt gab. Die „Welt der Frau“-Chefin führte durch das Programm des Nachmittags.


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