Ausgabe: 2002/28, Glockenguss, Waldhausen, Konrad von Waldhausen
09.07.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Der Glockenguss in Waldhausen vor der Stiftskirche war eine Besonderheit: Seit dem 17. Jahrhundert wurde keine so große Glocke mehr vor Ort – und nicht in einer Fabrik – angefertigt.
Foto: Glockenreferat
Trotz stömendem Regen kamen vergangenen Samstag an die 1600 Menschen in den Stiftshof von Waldhausen, um den Glockenguss mitzuerleben. Minutenlang herrschte gespannte Stille, als die 2,5 Tonnen an flüssiger „Glockenspeise“ in die Form flossen. Die Begeisterung war groß, als der Glockmeister verkündete: „Der Guss ist gelungen.“ Nun kühlt die vor der Kirche eingegrabene, 170 cm hohe Glocke aus und man braucht noch etwas Geduld, bis der erste Ton der Waldhausener Glocke erklingt: Am 4. August wird – wieder im Rahmen eines Festes (15 Uhr) – die Glocke vom Tonmantel befreit.
Das Fest der Entkernung am Sonntag, 4. August werden alle ehemaligen Stiftspfarren von Waldhausen gemeinsam feiern. Die Augustiner Chorherren betreuten seelsorgerlich das gesamte Gebiet um das Stift – von Neustadtl im Süden bis Königswiesen im Norden. Nur drei der 17 ehemaligen Stiftspfarren lagen nicht in der Region, sondern in der heutigen Erzdiözese Wien. Die Gläubigen aus den Stiftspfarren werden um 9.15 Uhr in der Kirche einen Festgottesdienst feiern. Zur Gabenprozession bringen die einzelnen Pfarren ihre Wappen, die die Friedensglocke zieren werden. Um 13.30 Uhr stellen sich die Pfarrgemeinden im Festzelt vor und um 15 Uhr schlägt je ein Vetreter der ehemaligen Stiftspfarren die neue Glocke an.