Die unmittelbare Seelsorge vor Ort soll auch künftig gut abgesichert sein. Der Großteil des „Kirchenpersonals“ ist dort im Einsatz. Darüber hinaus flossen im Jahr 2001 rund 92 Millionen Schilling in die Pfarren. Dazu kommen auch die Zuschüsse für pfarrliches Bauen.
Foto: Franz M. Glaser
Die Sparziele der Kirche könnten früher erreicht werden – dank der guten Zahlungsmoral der Beitragspflichtigen.
Viele Oberösterreicher/innen wollten mit dem Auslaufen des Schilling-Zeitalters ihre finanziellen Angelegenheiten ins Reine bringen. Das ist einer der Gründe, mit denen Diözesanökonom Dr. Josef Wöckinger erklärt, wie das sehr gute Ergebnis beim Rechnungsabschluss 2001 der Diözese Linz zu Stande gekommen ist. Mit 1,067 Milliarden Schilling erreichten die Einnahmen einen Höchststand. 879 Millionen Schilling davon kamen von den Kirchenbeitragszahlern– um 5,98 % mehr als im Jahr zuvor. 4,76 % sind es immer noch, wenn man die Umstellung des Berechnungsmodus aufgrund der Währungsumstellung berücksichtigt.
Das gute Ergebnis ist für Dr. Wöckinger kein Grund zur Entwarnung beim Sparkurs der Diözese. Zwei Mal in den letzten fünf Jahren habe man mit einem Minus abgeschnitten. Längerfristig sei ebenfalls mit einem Einnahmen-Rückgang zu rechnen.
Nach den Berechnungen der Experten wird man im Jahr 2007 etwa 7, 3 Mio Euro (100 Mio. Schilling) im Jahr weniger zur Verfügung haben – und das muss bereits jetzt eingespart werden.Zur Zeit ist die Diözese dabei, einen Pensionsfonds aufzubauen, in den jetzt jährlich etwa 3,5 Millionen Euro (ca. 50 Mio. Schilling) einfließen. Ab dem Jahr 2007 können aus den Erträgen dieses Fonds die Pensionen vor allem für Priester bezahlt werden.
Für den Sparkurs der Diözese bedeutet das gute Ergebnis im Jahr 2001, dass die Sparmaßnahmen noch besser überlegt werden können. Man hat Zeit gewonnen, in der Substanz wird es aber bei den bisherigen Vorgaben bleiben.
Gespart wird künftig vor allem am Bausektor und in den kirchlichen Ämtern. Hier stellt Dr. Wöckinger allen Einrichtungen ein gutes Zeugnis aus: Fast alle Abteilungen haben die Sparvorgaben erfüllt. In vielen Fällen sind sie bei ihren Ausgaben unter den bewilligten Mitteln geblieben.
62 Prozent des Geldes fließen in den Personalsektor. Für 604 Priester, Pensionisten eingerechnet, zahlte die Diözese 2001 insgesamt 245 Mio Schilling. 663 Laien (auf Ganztags-Beschäftigungen umgerechnet) kosten 390 Mio Schilling.
Die Diözese hat – so Wöckinger – keine „Reichtümer“ in Reserve. Grundstücke, etwa beim Petrinum oder am Freinberg in Linz, liegen im geschützten Grüngürtel und bringen keinen Ertrag. Die Erträge aus der so genannten Bischöflichen Dotation – einige Wälder und Gewässer – tragen gerade so viel, dass der Bischof und seine Kanzlei bei sparsamer Führung ihre Kosten bestreiten können. „Auch der Bischof“, gibt Dr. Wöckinger Auskunft, „bekommt nicht mehr als ein Pfarrer.“