Leser/innen helfen: Ein MIVA-Auto für eine ganze Diözese
Ausgabe: 2002/29, MIVA, Kikoti, Bischof, Auto, MIVA-Auto, Stau, Autobahn, Auto
16.07.2002
- Matthäus Fellinger
Die Situation der armen Länder nimmt die Christophorus-Aktion in den Blick.
Fotomontage: Franz M. Glaser / MIVA
Stundenlanger Stau auf der Autobahn. Mitteleuropäische Sommerwirklichkeit. Doch in vielen Gegenden stauen sich Probleme – weil kein Auto kommt. Die MIVA arbeitet für mehr Gerechtigkeit, was den Verkehr betrifft.
360.0000 Einwohner hat die Diözese Mpanda, gelegen am Tanganijka-See in Tansanja. Seit zwei Jahren ist Mpanda eigene Diözese – so groß wie halb Österreich. Dr. Pascal Kikoti ist Bischof dieser Diözese. Ein Rohbau ohne Fenster – das war das Bischofshaus, als er Ende 2001 geweiht wurde. Und bis heute hat Kikoti kein Auto, mit dem er seine sieben Pfarren erreichen könnte.
Kirchenzeitungsleser/innen können dem jungen Bischof Pascal Kikoti jetzt helfen. Zusammen mit der Missionsverkehrs-Arbeitsgemeinschaft MIVA bittet die Kirchenzeitung die Leser/innen um Spenden für ein MIVA-Auto. Im August wird der Bischof Gast in Oberösterreich sein. Das Auto soll ihm dann bereits übergeben werden. Während seines Studiums in Rom war Kikoti wiederholt in Oberösterreich. In den Pfarren Niederthalheim, Atzbach, Wolfsegg, Geboltskirchen und Steyregg hat er in seinen Ferien ausgeholfen. Mitte August wird er sie als Bischof wieder besuchen.
Bescheiden wie die materiellen Mittel sind auch der Personalstab des Bischofs: Drei Priester und elf Ordensschwestern sind in der Diözese im Einsatz. 160 Kilometer ist die entfernteste Pfarre von der Bischofsstadt entfernt. Das MIVA-Fahrzeug wird das einzige diözesane Fahrzeug sein. Am 15. August wird das Fahrzeug in Niederthalheim gesegnet und übergeben. Im Stau dürfte dieses Fahrzeug während des Einsatzes in Tansanja kaum einmal zu stehen kommen.
Fast 500.000 Euro haben im Vorjahr die Oberösterreicher/innen bei der Christophorus-Aktion gespendet. Der Leitspruch „Für jeden unfallfreien Kilometer einen Groschen“ hat auch die Währungsumstellung überstanden. Man wollte Bescheidenheit signalisieren. Viele kleine Beiträge können helfen. 10.000 Kilometer machten dem Groschen-Slogan einen Hunderter aus.
„Mobilität ist teilbar“, sagt man bei MIVA. Vom Geländewagen bis zum Maultier, vom Einbaum bis zum Lastkraftwagen – seit mehr als einem halben Jahrhundert bringt die MIVA Beweglichkeit und ein Mehr an Gerechtigkeit.
Matthäus Fellinger
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Z U R S A C H E
Im Einsatz bis 350.000 km
Zwanzig Jahre alte Autos gehören in Europa schon in die Kategorie der Oldtimer. In Afrika ist es der Regelfall, dass die „Missionsautos“ der MIVA bis zu dreißig Jahren im Einsatz sind. Zwei Zauberworte machen die von der MIVA bereitgestellten Autos so robust: „Wenig und Mehr“. So „wenig“ wie möglich an Elektronik verhindert Pannen, die nur von Spezialisten mit importierten, sündteuren Spezialteilen zu beheben sind. Die Fenster der MIVA-Autos sind daher mit der Kurbel zu öffnen und nicht durch den Druck aufs Knöpfchen. „Mehr“ investieren die MIVA-Experten zum Beispiel in die Abdichtung von Motoren, damit der feine Sand der Pisten die Motoren nicht lahmlegen kann. Bis zu 350.000 km halten die robusten Dieselmotoren der Geländeautos durch. Der König unter den MIVA-Autos ist der Toyota Land Cruiser – dieses Gefährt übersteht die härtesten Strapazen und ist „nicht umzubringen“, zeigt die Erfahrung.
Wogegen natürlich jeder Experte machtlos ist, ist die Abnützung der Stoßdämpfer. Bei den stundenlangen Fahrten auf den Rumpelpisten, die mit einer Straße so viel zu tun haben wie ein Klettersteig mit einer Autobahn, werden die Stoßdämpfer extremen Belastungen ausgesetzt. Und müssen entsprechend oft getauscht werden.