In St. Georgen bei Grieskirchen gehen die Uhren noch anders, sehr zur Freude von Margarethe Loidl (im Bild): Das mechanische Werk am Kirchturm braucht viel Betreuung und die hat Loidl – selbst eine leidenschaftliche Uhrensammlerin – vor vier Jahren übernommen: „Die Turmuhr ist wie ein Lebewesen.“ Klettert im Sommer das Thermometer in die Höhe, geht die Uhr vor, im Winter dagegen nach. Und das Schlagwerk, das durch Quecksilber gesteuert wird, reagiert auf die Schwankungen der Luftfeuchtigkeit. Da viele Bewohner von St. Georgen sich auf die „Kirchenzeit“ verlassen, steigt die agile 66-jährige Loidl häufig die 56 Stufen bis zum Uhrwerk hinauf. Mit Hilfe ihrer Atomuhr stellt sie Kirchturmuhr ein: „Mehr als fünf Sekunden Differenz lasse ich nicht zu.“
In St. Georgen werden auch die Glocken noch täglich händisch geläutet. Dafür sorgt die Glöcknerin Martina Oberauer.