Die OÖ Plattform gegen Atomgefahr reagiert auf die Behauptungen von Karl Schwarzenberg mit Distanzierung. Schwarzenberg hatte in einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt vom 30. Juli behauptet, die österreichische Anti-Atom-Stimmung richte sich „ausschließlich gegen ein AKW, noch dazu das modernste“. Nach seinem Eindruck sei „Temelin - außer bei überzeugten Grünen und Kernkraftgegnern - ein Instrument, um Druck auf den Nachbarn auszuüben“.
Die Plattform meint dazu, das Kraftwerk als „modern“ zu bezeichnen, wäre schlichtweg falsch. Zudem distanziere sie sich klar von Bestrebungen, den Kampf gegen Temelin für andere politische Ziele zu instrumentalisieren. Der österreichische Widerstand gegen die Atomenergie hat mit dem Widerstand gegen Zwentendorf im eigenen Land begonnen und ist motiviert durch das Wissen um die irreversiblen Schäden, die verursacht werden können. Der Widerstand richte sich also nicht bloß gegen Temelin. Kritische Stimmen hätten sich ebenso gegen die AKWs von Mühleberg und Bezau I und II in der Schweiz, das in den 70er Jahren in Irland geplante Atomprogramm oder die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf in Bayern erhoben. Gegenwärtig wendet sich der Widerstand etwa auch gegen in Deutschland geplante Atommülllager.