Das Kloster Pernegg war Treffpunkt für Künstler/innen, Wissenschafter/innen und aufgeschlossene Zeitgenossen. „Zeit-los. Generationen im Gespräch“ lautet das Thema der „GLOBart-Academy“.
Die fünfte Sommerbegegnung von „GLOBArt“ – einer Vereinigung, der es darum geht, die Welt der Wissenschaften und der Künste grenzüberschreitend zu verbinden – hat auch heuer wieder ihre ganz besondere Atmosphäre spüren lassen. Im Kloster Pernegg im nördlichen Waldviertel kamen Menschen aus allen Himmels- und Denkrichtungen, aus unterschiedlichen Kulturen und Disziplinen und allen Generationen zusammen. Peter Turrini eröffnete am 29. August mit einer Lesung die Sommerakademie, musikalisch unterstützt wurde er vom Wiener Kammerchor. Ein gemeinsamer Gottesdienst mit Künstlern bildete am 1. September neben einem Fest für Künstler den Schlusspunkt der „GLOBart- Academy“.
Im Zentrum der zahlreichen Vorträge und Diskussionen stand heuer die beängstigende Situation der Institution Familie und der sich so immer härter akzentuierende Generationenkonflikt. Wie kommen die Alten zu ihrem Recht auf Zuwendung und wirtschaftlicher Absicherung? Wie muss die anwachsende Generation der über 60-Jährigen sich verhalten, um die Erwerbstätigen nicht zu überfordern? Ist da eine neue Bescheidenheit, ein neues Engagement für die Allgemeinheit angesagt? Wie nehmen die Älteren und die Jüngeren ihre Verantwortung gegenüber den Kindern und den nachkommenden Generationen wahr, denen wir nicht eine ausgebeutete, sterbende Schöpfung überlassen können?
Gegen Vergötzung des Geldes
Heiße – und angesichts der Flutkatastrophen vor der Haustüre und des zu erwartenden Scheiterns der UNO-Konferenz in Johannesburg – brennende Fragen. Antworten werden von der Politik zu fordern sein, deren Aufgabe es wäre, aus den obsolet gewordenen Strukturen des Casino-Kapitalismus mit seiner Vergötzung des Geldes auszubrechen. Da hier die Hoffnungen allerdings nur bescheiden sind, wird es vor allem darum gehen, nach einem neuen kreativen und offenen Miteinander zu suchen, dessen Grundlage eine gegenseitige und gemeinsame Mitverantwortung für die Zukunft sein muss. Hier werden neue lebenserhaltende Widerstandskräfte freizusetzen sein, die in Gesellschaft und Kirchen hineinwirken, um dem Todestrieb einer falsch verstandenen Globalisierung die Kraft des Lebendigen entgegenzusetzen.