Es ist erstaunlich, dass gerade immer wieder Politiker einer so genannten christlichen Partei mit Vorschlägen kommen, die einen überzeugten Christen sehr schmerzen. So geschehen mit dem Feiertagstausch, dem 8. Dezember. Ich möchte Herrn Leitl fragen, ob je ein Betrieb in seiner Existenz gefährdet war, wenn der Betrieb bzw. das Geschäft am 8. Dezember geschlossen bleibt. In der Heiligen Schrift heißt es im Lukasevangelium (12, 20): „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern.“ Viele Menschen, egal ob Fußvolk, Politiker, Wissenschaftler, Manager, Ärzte usw., wenden sich von Gott ab. (...) Wen wundert’s da noch, wenn die Situation in der Wirtschaft, in den Börsen, beim Klima und dergleichen immer unüberschaubarer und auswegloser wird, weil man die Werte und die Moral über Bord geworfen und Gott ins Abstellkammerl gestellt hat. Viele haben vergessen, dass Gott gesagt hat: „Ohne mich könnt ihr nichts vollbringen.“ Günther Buchinger, Ungenach
Es gibt viele Argumente, die für eine Verlegung des 8. Dezember als Feiertag sprechen. Wesentlich aber scheint mir zu sein, dass wir als Kirche es uns nicht leisten können, einen Feiertag widerstandslos zu einem Supereinkaufstag verkommen zu lassen, an dem man in die großen Einkaufstempel pilgert oder ins benachbarte Ausland shoppen fährt und andere hierzulande arbeiten müssen. Der Weg zur Aushöhlung auch des arbeitsfreien Sonntags ist dann nicht mehr weit bzw. noch kürzer. (...) Bevor es so weit kommt, sollten wir handeln. Wir lassen uns die Einrichtung der Feiertage nicht einfach aus der Hand nehmen. Ich glaube, der Gottesmutter wäre auch der Tag des Herrn bzw. jeder andere Feiertag wichtiger als der 8. Dezember! Dr. Meinrad Schneckenleithner, Lichtenberg
Wir sind dagegen, dass der hohe Marienfeiertag, der 8. Dezember, dem Konsum geopfert wird. Martha Kern und neun weitere Mitglieder des Gebetskreises Bad Zell
Bischof Krenn
Leserbriefe in der KIZ 35
Verdächtigungen und Vorurteile vergiften die Atmosphäre und führen nicht weiter. Ganz anders als Bischof Kurt Krenn sieht z. B. Kardinal König das Verhältnis zu den anderen Religionen und damit auch zum Islam. Er sagt: „Wir dürfen nicht nebeneinander gehen, wir müssen lernen, miteinander zu gehen.“ So sehe ich das auch. Erst das Gespräch und die Begegnung mit anderen Glaubensgemeinschaften ermöglichen, verstehen zu lernen, wie die Menschen einer anderen Kultur denken, welche Werte bei ihnen zählen und welche Weltanschauungen andere Religionen vertreten. (...) Dechant Johann Bräuer, Wels
Man möge doch Bischof Krenn einmal in Ruhe lassen. Er war mein Professor in Philosophie und ich bin mit ihm immer gut ausgekommen! Ein Satz von ihm wird mir immer in Erinnerung bleiben: „Sie können bei der Prüfung alles sagen, ich werde Sie nur fragen, warum.“ Vielleicht hat er auch Fehler, wie fast jeder Mensch, aber dann bedenke man den Bibelsatz: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ (...) Josef Schober, Linz
Love, Sex und so„Heikel: Love, Sex und so“, KIZ 36, S. 22
(...) Jetzt kommt auch noch die Aufklärungsbroschüre „Love, Sex und so“, herausgegeben vom Sozialministerium, in die Schulen.Da müsste eigentlich der christliche Elternverein einen Schulstreik ausrufen, in dem die Eltern ihre Kinder so lange nicht zur Schule schicken, bis die Broschüre wieder eingezogen ist. Eigentlich dürften wir da keine Kirche als Mahnerin brauchen, sondern es müsste uns unser Hausverstand eingeben, dass so jede Kultur zu Grunde gehen muss. Elisabeth Smetschka, Lembach
Sie klingt nicht
„Neuer Glockenguss nötig“, KIZ 33
Die Nachricht über den „misslungenen“ Guss der Friedens- und Europaglocke in Waldhausen hat mich zum Nachdenken gebracht. (..) Wenn wir das Anliegen „Frieden“ von der religiösen Seite betrachten, sollen wir mit Versöhnung und Vergebung beginnen. Das ist ein Geschehnis zwischen Gott und dem Menschen. Ein Versöhnungsgeschehen, das so den Menschen zutiefst angeht, wird Frieden stiften und ist – wie der Glockenguss – ein sakrales Geschehen. (...) „Die Glocke weist Risse auf“ ist zu lesen. Der Riss geht durch Europa und weit darüber hinaus. Wenn wir eine menschliche und friedfertige Gesellschaft für erstrebenswert erachten, sollen wir die geschichtliche Realität nicht verdrängen. Die Geschichte zeigt uns, dass sich dieses Europa auf den tragisch-bestimmenden Grundlagen von Gewalt, Kriegen und Intoleranz „entwickelt“ hat. (...) Der neue Guss der Glocke wird gelingen. Die Symbolsprache der keineswegs misslungenen Glocke soll uns aber zur Besinnung und Umkehr im biblischen Sinn mahnen – wenn Friede sein soll ihr erst Geläute. Mag. Rudolf Elser, Amstetten