„Die Kirche bleibt bei den Menschen, die Hilfe brauchen. Viele Hochwasseropfer schämen sich, um Hilfe zu bitten. Niemand, der Hilfe braucht, soll jedoch übersehen werden“, betonte Caritas-Direktor Mathias Mühlberger letzte Woche vor den Dechanten der Diözese Linz. Die Dechanten regten an: Jene Dekanate, die „im Trockenen“ geblieben sind, sollen den betroffene Pfarren helfen. Wer seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen kann, soll sich melden. Gerade in Hochwasser-Pfarren ist jetzt kaum jemand für Robotleistungen zu bekommen. Ebenso sollen die Pfarren zu weiteren Spendenaktionen eingeladen werden. Jede Menge Hilfe ist noch notwendig, betont Mühlberger.
Ein eindrucksvolles Beispiel setzten die Kirchenzeitungsleser/innen. Trotz vieler anderer Sammlungen haben sie weitere 225.851 Euro für die Caritas-Hochwasserhilfe gespendet. Die Hochwasser-Hilfe der Caritas ist weiter unter der Hotline 0732/7610-2049 erreichbar.
Seelsorgeräume anpassen
Dechantenkonferenz: Pastorale Zusammenarbeit und Hochwasserhilfe
Eine Bestandsaufnahme über das Funktionieren der Seelsorgeräume war Thema der Dechantenkonferenz in Puchberg. Die Dechanten beschlossen auch eine Hilfsaktion für die vom Hochwasser betroffenen Pfarren.
Von „De facto nicht existent“ bis „ausgeprägte Zusammenarbeit“ reicht die Bilanz, die die Dechanten über die 93 Seelsorgeräume der Diözese zogen. Zur Zeit gibt es einzig in den Dekanaten Perg und Schwanenstadt für jeden Seelsorgeraum einen Verantwortlichen. Generell lässt sich die Situation aufgrund der verschiedenen personellen Voraussetzungen nicht auf einen Nenner bringen. Als ganz praktisches Problem stellt sich die „Vermehrung von Sitzungen“ für die Priester und hauptamtlichen Seelsorger/innen heraus. Josef Weichselbaumer, einer der drei Seelsorgeraum-Beauftragten der Diözese, stellt daher auch klar: „Wichtig ist nicht das Tempo, entscheidend ist, dass die Richtung stimmt“. Für die Diözese sind die 1999 eingeführten Seelsorgeräume jedenfalls die Richtlinie für die Postenbesetzungen. Und damit verbunden ist der Auftrag zur Zusammenarbeit über die Pfarrgrenzen hinaus.
Damit die Seelsorgeräume wirklich den Gegebenheiten vor Ort entsprechen, können Pfarren Veränderungswünsche anmelden.
Ausführlich beschäftigte sich die Dechantenkonferenz mit der Situation nach dem Hochwasser vom August. Eine Arbeitsgruppe wird Vorschläge erarbeiten, wie die Pfarren einander auf lange Sicht helfen können. Es geht um Opferhilfe einerseits, andererseits um die Schäden an Pfarr-Einrichtungen. „Die Erwartungen an die Pfarrer sind groß“, berichtete Dechant Johann Zauner aus Naarn. Er weiß auch um viele seelissche Nöte der Betroffenen.