Therapie in vertrauter Umgebung: Alzheimer-Patienten tut sie gut
Ausgabe: 2002/39, Zehetner, Alzheimer, Therapie, Bad Ischl
24.09.2002
- Ernst Gansinger
„Wir müssen mehr zum Patienten kommen!“, nennt Felicitas Zehetner, Obfrau vom Verein Morbus Alzheimer Syndrom (M.A.S.), ein Anliegen, das bei einem Alzheimer-Kongress zur Sprache kam.
„Alt – verwirrt – was tun?“ fragte der erste internationale Kongress für Interdisziplinäre Gerontologie im Titel. Er fand vom 19. bis 21. September in Bad Ischl statt und wurde vom Verein M.A.S in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz OÖ und der Österreichischen Ärztekammer organisiert. Die Obfrau des Vereins, Felicitas Zehetner – sie ist auch Kirchenzeitungs-Solidaritätspreisträgerin –, konnte sich über eine hervorragend wissenschaftlich besetzte Tagung freuen. Durchschnittlich mehr als 200 Personen nahmen daran teil. Von einer Zielgruppe, für die der Kongress auch einen besonderen Impuls geben wollte, wünscht sich die Organisatorin künftig, dass diese stärker vertreten sind: die Hausärzte.Die Tagung wies auf die Wichtigkeit hin, Alzheimer-Erkrankungen früher zu erkennen. Ebenso sollen pflegende Angehörigen mehr Unterstützung erfahren. Jenen, die Patienten zu Hause pflegen, bessere Unterstützung zukommen zu lassen, ist zunächst eine solidarische Pflicht einer sozialen Gesellschaft. Einer Untersuchung zufolge leiden 80 Prozent der pflegenden Angehörigen an Depressionen und anderen Krankheiten! Die Unterstützung für die Pflegenden zu Hause ist aber auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Es spart Kosten.Das braucht ein dichteres Netz an mobilen Diensten. Es müssen Kuraufenthalte möglich werden, genauso Therapien wie Massagen daheim für Patienten auf Krankenschein. Denn für die Patienten ist die häusliche Umgebung ein wichtiges atmosphärisches Umfeld.