Nach viertägiger Entführung sind Bischof Jorge Jiménez und der Priester Desiderio Orjuela von der kolumbianischen Armee befreit worden.
Bei der Rückkehr in die kleine Bischofsstadt Zipaquirá, rund 100 Kilometer nördlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, wurde Jorge Enrique Jiménez Carajal am Freitag vergangener Woche von Tausenden frenetisch bejubelt: „Libertad! – Freiheit!“ riefen die Gläubigen dem Bischof zu, nachdem der 60-Jährige erst Stunden zuvor von der kolumbianischen Armee befreit worden war. Mit ihm war auch der Pfarrer von Pacho, Desiderio Orjuela, in einer Befreiungsaktion gerettet worden, an der Dutzende Soldaten beteiligt waren. Dabei waren zwei Rebellen getötet und ein weiterer verhaftet worden. „Gott hat mir mein Leben zurückgegeben“, erklärte der sichtbar bewegte und erschöpfte Jiménez. Sein Dank galt Pfarrer Orjuela, der sich am Montag gegen 10 Uhr aus dem Auto heraus hatte mitentführen lassen, obwohl ihn die nicht näher identifizierten Rebellen hätten laufen lassen.
In Kolumbien, wo im Jahr 3000 Entführungen bekannt werden, die in der Regel acht Monate dauern, hatte die Entführung in mehrfacher Hinsicht für Aufsehen gesorgt. Der wegen seiner stets guten Laune geschätzte Jiménez war von 1993 bis 1999 Generalsekretär des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM. Seit 1999 ist er Präsident des Gremiums, das mehr als die Hälfte aller Katholiken weltweit umfasst. Zum anderen war man gespannt, wie sich der seit drei Monaten amtierende Präsident Alvaro Uribe verhalten werde. Sind doch bereits heuer ein Erzbischof und elf Priester im Bürgerkrieg getötet worden.