Zwischen Einkaufsgewühl und Parteiwerbung machte der Arbeitskreis Gesellschaftspolitik der Kath. Jugend OÖ Werbung für Zivilcourage.
So um die 30 Leute stehen vor einem Stand an der Landstraße in Linz und schauen. Bleiben sie wegen dem Sänger und dem Musiker stehen? Oder doch wegen der Leinwand, die da aufgestellt wurde? Aufsehen hat die Aktion des Arbeitskreises Gesellschaftspolitik der Kath. Jugend OÖ (KJ) jedenfalls erregt.
„Stopp – Aufstehen statt leisetreten!“ lautete der Titel der Kampagne, mit der die KJ gegen rassistische, antisemitische, Menschen verachtende Haltungen und Übergriffe und für mehr Zivilcourage eingetreten ist. Seit Juni 2002 wurden Aktionsplakate in vielen Pfarren aufgehängt. Höhepunkt der Aktion war der Jugendsonntag (Christkönig) mit einem Vorschlag für eine Jugendmesse am 24. November.
Mit der Aktion am vergangenen Samstag in der Linzer Innenstadt sollte eine möglichst breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht werden – und das ist auch gelungen. Sechs Jugendliche waren als Interviewer/innen unterwegs und fragten Passantinnen und Passanten, was ihnen zum Begriff „Zivilcourage“ einfält. Die Aussagen wurden mit einem Portrait der Befragten auf einer Leinwand gezeigt. Zum Abschluss wurde ein Gottesdienst im Dom gefeiert.
Und das haben einige Personen gesagt:Ich finde es wichtig und nötig, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten, für Menschenrechte und ein menschenwürdiges Leben für alle. Den Mut haben, dafür einzutreten, für Schwächere Partei zu ergreifen – auch wenn einem einmal niemand dazu applaudiert. Den Mut „Stopp“ zu sagen, wenn etwas verkehrt läuft, und die eigene Angst davor zu überwinden – das halte ich für Zivilcourage. (Irene, Hausfrau)
Wer nix sagt, ist dafür – darf sich nicht aufregen. (Silvia und Manuela)
Zivilcourage ist Mut für Neues. Mir selber und seinen Grundsätzen treu sein. Auch in der Öffentlichkeit dazu stehen, sich einzusetzen, eingreifen, wenn etwas nicht o.k. ist – gegen den Strom schwimmen. (Elisabeth, Unternehmerin; Patrizia, Angestellte)
Zivilcourage ist simple Entscheidungssache. Es sagt mir keiner, ob das jetzt richtig oder falsch ist, sondern es ist eine Sache von Selbststand. (Rainer, Referent)