Pfarrer Johann Humer berichtet über seine Jugendarbeit in Tansania
Ausgabe: 2002/48, Huemer, Johann Huemer, Tansania, Heiligenberg, Ostafrika, Afrika, Projekt
26.11.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Ein Projekt von vielen: eine Werkstätte, wo Jugendliche Nähen lernen. Im Hintergrund sind Übungswerke aus Papier zu sehen.
Seit drei Jahren ist Johann Humer aus Heiligenberg als Priester in der Diözese Rulenge in Tansania. „Zunächst war es ein Schock“, erzählt Johann Humer über seinen ersten Auslandseinsatz in Indien. Dann erkannte der Oberösterreicher, dass ihm die Arbeit in der Mission etwas gibt. Seit mittlerweile drei Jahren lebt und arbeitet er im ostafrikanischen Tansania in der Diözese Rulenge. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer ist er auch für die diözesane Jugendarbeit verantwortlich.
Vor allem drei große Probleme betreffen die Jugendlichen in Tansania, die immerhin zwei Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen. Viele Jugendliche und ihre Familien können sich die Kosten für Schule und Ausbildung nicht leisten. Als Folgeproblem finden sie auch keine Arbeit. Die Antwort von Pfarrer Humer lautet: „Wir beschäftigen die Jugendlichen.“ So laufen Projekte, um Jugendliche auszubilden und sie mit Arbeit zu versorgen.
Ein junges Projekt beschäftigt sich beispielsweise mit dem Bemalen von T-Shirts. Es gibt Nähereien, Tischlereien und andere Werkstätten. Sogar eine Akrobatikgruppe entstand. „Wir animieren die Jugendlichen aber auch dazu, selbst kreativ Arbeit zu schaffen“, ergänzt der oberösterreichische Priester.
Beschäftigung findet außerdem im kulturellen Bereich statt. Durch Lieder und Tänze wird viel Bewusstseinsarbeit unter den Jugendlichen geleistet. Vor allem was die Aids-Aufklärung betrifft, womit das dritte große Problem angesprochen ist, das sich aber nicht auf die Jugendlichen beschränkt. „In unserer Gegend sind 20 bis 30 Prozent der Menschen mit dem Virus infiziert“, so Humer.
Neben der Aufklärung kommen in den Seminaren aber auch religiöse Themen wie Glaube und Leben sowie die Bibelarbeit nicht zu kurz. Und dann gibt es immer noch die Arbeit in der eigenen Pfarre Kayanga, wo das neue Pfarrhaus jetzt ausgebaut werden soll. Pfarrer Johann Humer jedenfalls geht die Arbeit nicht aus.
Kontakt zu Pfarrer Humer via E-Mail: fadeco@africaonline.co.tz