Ausgabe: 2002/48, Kommentar, Zumutung, Kloster, USA
26.11.2002
- Hans Baumgartner
Ein Seitenstettner Ordensbruder hat zwischen 1986 und 1989 neun minderjährige Ministranten sexuell missbraucht. Als Verdachtsmomente auftauchten, wurde der Frater vom Sakristeidienst abgezogen und für einige Jahre in ein deutsches Kloster geschickt. „Aus heutiger Sicht hätten wir mehr tun müssen“, sagt Abt Berthold Heigl selbstkritisch. Man hätte sich schon damals, und nicht erst Jahre später, um die Opfer kümmern müssen. Und man hätte die Angelegenheit nicht intern vertuschen, sondern über die Staatsanwaltschaft aufklären lassen müssen. So zumindest sehen es die neuen Regelungen in den USA vor. In Österreich glauben immer noch manche Bischöfe, dass man keine einheitlichen Regeln für das Vorgehen bei Missbrauch in der Kirche braucht. Eine derartige Haltung aber ist weder den Opfern noch der Kirche zuzumuten.