Mit dem neuen Fahrplan gibt es in Österreich erstmals einen Zug, der nach einem Heiligen benannt ist: Robert Reiss hat den ersten „IC Don Bosco“ von Salzburg nach Wien gefahren.
„Vor allem für die Jugend“ – unter diesem Motto lädt die Don Bosco Familie im Jahr 2003 zum Jubiläum ein: 100 Jahre Einsatz für Kinder und Jugendliche in Österreich. Wie ihr Ordensgründer, so setzen auch heute die 95 Schwestern sowie 90 Patres und Brüder neue Akzente: um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen, gibt es erstmals einen ÖBB-Zug, der den Namen eines Heiligen trägt. „Das ist wenigstens ein ordentlicher Zugsname“, ist Robert Reiss überzeugt. Der 33-jährige Lokführer hat am 15. Dezember erstmals den IC 541 von Salzburg (Abfahrt 6.00 Uhr) nach Wien gefahren. „Eher zufällig“, wie er sagt, „eigentlich hätte ich frei gehabt.“ Dafür gab es nach 392.000 auf der Lok zurückgelegten Kilometern auch für ihn eine Überraschung: „Zum ersten Mal, dass mein Zug von einer Gruppe junger Leute begrüßt wird“, freut er sich am Westbahnhof nach 202 Minuten Fahrzeit in der Taurus-Lokomotive.
Dabei hat Robert Reiss mit dem Heiligen aus Turin mehr gemeinsam, als ihm bisher bekannt war: am Sonntag war der Triebwagenführer der Zeit voraus – der Zug kam acht Minuten früher in Wien an. Und als Lehrling vertrat der Maschinenschlosser die Interessen seiner jungen Kollegen: als Jugendvertrauensrat in der Lehrwerkstatt der ÖBB war er „ein harter aber gerechter Verhandlungspartner“. Auf Weihnachten freut sich der junge Vater ganz besonders. Robert Reiss wird nach acht Jahren zum ersten Mal den Heiligen Abend nicht von der Lok aus mitverfolgen.